Australische Baumart stoppt Zelltod und reduziert Stress

25. September 2001, 11:51
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Sogenannte Avicine sollen die Entwicklung von Krebs unterdrücken

Houston/Phoenix - Zwei Teams amerikanischer Wissenschaftler haben Chemikalien untersucht, die von der Acacia victoriae produziert werden. Diese in Australien heimische Baumart enthält so genannte Avicine, die den Zelltod stoppen und den Stress reduzieren können, den Zellen durchmachen. Beide Prozesse sollen laut den Teams vom M. D. Anderson Cancer Center http://www.mdanderson.org und der Arizona State University in Zukunft die Entwicklung von Krebs unterdrücken.

Die Avicine wurden von diesem Baum vor Millionen Jahren entwickelt, um sich durch das gezielte Veranlassen eines Zelltodes gegen Schädlinge zu schützen. Die Apoptose kommt natürlich als Teil der Entwicklung und Erneuerung von Gewebe vor. Bei einer Krebserkrankung wird sie unterdrückt. Die Forscher des M. D. Anderson Cancer Center setzten eine Gruppe von Mäusen krebserregenden Chemikalien aus, die im Tabakrauch vorkommen. Ein Teil der Tiere wurde mit Avicinen vorbehandelt. Weniger als 30 Prozent dieser Gruppe entwickelte in der Folge frühe Symptome von Hautkrebs. Jene Tiere, die Symptome zeigten, wiesen 90 Prozent weniger Tumore als die unbehandelten Mäuse auf.

Das zweite Forschungsteam der Arizona State University untersuchte, wie Avicine den an Zellen entstehenden Schaden reduzieren können. Sie fanden heraus, dass die Avicine mit der Proteinverbindung Kernfaktor-kB interagieren, die ihrerseits Stressreaktionen kontrolliert. Normalerweise reguliert diese Proteinverbindung Gene, die bei Immunantworten und Entzündungen sowie beim kontrollierten Zelltod eine Rolle spielen. Es zeigte sich, dass die Avicine darauf Einfluss nahmen, wie die Proteinverbindung arbeitete und so verhinderte, dass Zellen bösartig wurden. (pte)

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