Schimmel besonders gefährlich für Säuglinge und Kleinkinder

23. September 2001, 18:34
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Pilze wachsen in Form von mikroskopisch kleinen Fäden auf fast allen feuchten organischen Substanzen

Marburg - Schimmelpilze in Wohnungen sind nicht nur ein ästhetisches Problem: Sie können Allergien, Hautreizungen, Vergiftungen, Infektionen sowie Erkrankungen der Schleimhäute und Atemwege auslösen, wie das Deutsche Grüne Kreuz in Marburg berichtet. Besonders gefährlich könne großflächiger Befall für Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie für Säuglinge und Kleinkinder sein.

Schimmelpilze wachsen nach Angaben der Experten in Form von mikroskopisch kleinen, verzweigen Fäden auf fast allen organischen Substanzen, solange sie feucht genug sind - in der Natur, auf Nahrungsmitteln, Kleidung, Büchern und eben in der Wand. Zu erkennen sind sie an Wasser- und Stockflecken auf der Tapete, einem pulverigen oder pelzigen Belag in Verbindung mit meist schwarzen, dunkelbraunen oder graugrünen Verfärbungen.

Die besten Bedingungen finden die Pilze den Angaben zufolge bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 80 Prozent und einer Temperatur von 20 Grad Celcius. Die veränderten Wohnbedingungen in den letzten Jahrzehnten mit verstärkter Wärme- und Schallisolierung und unzureichender Belüftung haben in vielen Häusern zu einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit geführt und damit ideale Wachstumsbedingungen für die Schimmelpilze geschaffen.

Die Experten raten, bei sichtbarem Befall die Ursache zu klären und möglichst schnell zu beseitigen. Für Feuchtigkeit verantwortlich könnten sowohl Schäden am Haus und Baumängel als auch falsches Heiz- und Lüftungsverhalten sein. Undichte Stellen im Mauerwerk, versteckte Wasserrohrbrüche oder undichte Balkone könnten Feuchtigkeit von außen entstehen lassen.

Der Befall entstehe häufig auch bei Teilsanierungen in Altbaubeständen. Beim Neubau seien meist ungenügend getrocknete Wände Ursache für die Bildung der Pilze. Aber auch Isolierfenster könnten schuld sein: Sie seien so dicht, dass kaum noch ein Austausch von Luft stattfinden könne.

Im Innenraum sind laut Grünem Kreuz besonders Keller, Küche und Bad gefährdet. Hier werde durch Kochen, Duschen, Waschmaschine, Wäschetrocknen, Atemluft und Blumen, die Gießwasser verdunsteten, sowie eine schlechte Belüftung ständig Feuchtigkeit produziert. Eine zu kühle Raumtemperatur begünstige zusätzlich die Kondenswasserbildung.

Abhilfe verschafft den Experten zufolge eine bessere Isolierung etwa durch Klimaplatten, die das Kondenswasser aufnehmen und die Feuchtigkeit wieder über den normalen Luftaustausch abgeben. Um die Luftfeuchtigkeit zu senken und damit die Gefahr des Schimmelbefalls zu verringern, sei richtiges Lüften der Räume wichtig. Das bedeute, die Fenster für etwa fünf Minuten ganz zu öffnen und wenn möglich Durchzug herzustellen. Die Fenster nur zu kippen, sei dagegen wirkungslos und verschwende zusätzlich Heizenergie. (APA)

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