Robot-Vogelscheuche krabbelt Stromleitungen entlang

23. September 2001, 13:26
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"Sid" versorgt sich selbst mit Energie und nimmt per Stroboskop den Kampf gegen zerstörerische Vogelkacke auf

London - Nachwuchs-Ingenieure des St. Patricks´s College in Nordirland haben einen vollautomatischen "Roboter" entwickelt, der Vögel von Überlandleitungen verscheucht. Der Mist der Vögel stellt nicht nur ein Gesundheitsrisiko dar, sondern beschädigt auch Gebäude und führt bei Fahrzeugen zu Korrosionsschäden. Die Energie erhält das Gerät durch Induktion mittels eines elf Kilovolt-Kabels, auf dem er gespannt ist. Der "Schreck der Vögel" wird dabei in Kombination mit der Stromleitung zum Stromumwandler, so ein Bericht im New Scientist.

Der zur Abschreckung dienende "Roboter" namens Self-Sustained Induction Deterrer (SID) kriecht entlang der Leitung. Mit dem Mechanismus, der ihm selbst die Energie liefert, betreibt er auch ein stroboskopisches Licht und ermöglicht die Nachahmung von Vogelgeräuschen. Noch ist die Erfindung allerdings nicht in genügendem Maße getestet. Untersuchungen, wie lange die Vögel abschreckbar sind und Verbesserungsarbeiten, um unter jeglichen Witterungsbedingungen zu funktionieren, stehen noch aus. Bisher schützt ein Mechanismus vor Überhitzung und ein Temperatursensor bewahrt das Gerät vor Schnee und Eis. Das Energieunternehmen Northern Electricity wird die weiteren Tests unterstützen und bei erfolgreichem Abschluss die Produktion finanzieren.

Die Erfindung machte die Entwickler Enda Young und Brendan Quinn zu den Gewinnern des Young Engineers for Britain 2001 Awards. Sie reagierten mit der Entwicklung auf ein wie Northern Electricity-Ingenieur Robert O´Connell meint weltweites Problem. Jedes Monat gehen rund 40 Beschwerden von der in der Nähe von Überlandleitungen lebenden Bevölkerung ein, die sich über den Mist der Vögel beschwert. Das Unternehmen versuchte es mit Plastik-Eulen, Blitzlichtern und sogar Sirenen. Die Vögel gewöhnten sich allerdings rasch an die Belästigung. "Die Sirenen erschreckten die Bevölkerung mehr als die Vögel", so O´Connell. Außerdem wurde die Stromversorgung der Geräte zum Problem. Batterien mussten ständig ersetzt werden und Solarquellen funktionierten nicht in der Nacht. (pte)

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