Compaq-Betriebsrat fürchtet weitere Kündigungen

20. September 2001, 14:37
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Durch Fusion mit HP überschneiden sich viele Geschäftsbereiche

Die deutschen Beschäftigten des US-Computerriesen Compaq fürchten durch die geplante Fusion mit Hewlett-Packard (HP) massive Stellenkürzungen. Viele Geschäftsbereiche der beiden Unternehmen überlappten sich, teilte der Münchner Betriebsratsvorsitzende Robert Staudenmeir am Donnerstag mit. Außerdem seien durch eine mögliche Zusammenlegung der beiden deutschen Hauptverwaltungen in Böblingen (HP) und München (Compaq) weitere Arbeitsplätze gefährdet. Bisher ist bei Compaq Deutschland im Rahmen eines weltweiten Sparkurses bereits die Streichung von gut 300 Stellen vorgesehen.

Unterschriften wurden gesammelt

Bei den für diesen Freitag angesetzten Verhandlungen über den aktuellen Stellenabbau würden die Betriebsräte deshalb auch gleich über den nächsten Schritt - die Fusion mit HP - mitverhandeln, so Staudenmeir. In den vergangenen Tagen seien Unterschriften bei der Belegschaft gesammelt worden, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Dabei gehe es vorrangig darum, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und faire Konditionen für die Kollegen auszuhandeln, die das Unternehmen verlassen müssten. Allein am Standort München beschäftigt Compaq derzeit rund 1.000 Mitarbeiter, bundesweit sind es 2.800.

Keine Stellungnahme des Unternehmens

Das Unternehmen selbst wollte zu möglichen weiteren Streichungen durch die Fusion mit Hewlett-Packard keine Stellungnahme abgeben. Dazu sei es noch zu früh, sagte ein Sprecher. "Wir sind noch nicht in einem Verhandlungsstadium, wo über dieses Thema gesprochen werden würde."(APA/dpa)

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    fotomontage: web
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