Ausgeschnarcht!

20. September 2001, 14:23
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Spritze in den Gaumen stellt das nächtliche Gesäge ab

Bethesda/Wien - Mit einer simplen Injektion wollen Mediziner des Walter Reed Army Medical Center in Bethesda/Maryland leidgeplagten Schnarchern - und vor allem auch deren Umgebung - helfen. Die Technik könne die Lautstärke des Schnarchens von elf auf zwei Dezibel reduzieren, berichtet "New Scientist" in seiner jüngsten Ausgabe.

Menschen schnarchen, wenn die weichen Gewebe im hinteren Bereich des Rachens durch den Atemstrom zu flattern beginnen. Im Extremfall kann dabei sogar die Atmung behindert werden, die Patienten wachen dadurch immer wieder auf. Der permanent gestörte Schlaf macht sich bei diesen so genannten Apnoe-Patienten unter anderem durch Müdigkeit während des Tages bemerkbar.

Die OP als Alternative

Abhilfe schafft eine drastisch anmutende Operation, bei der ein Teil des weichen Gaumens weggeschnitten wird. Der Eingriff ist nicht ganz risikolos, wird zu viel weggeschnitten, kann es zu Schluckstörungen kommen, kohlensäurehältige Getränke können durch die Nasenlöcher perlen. Anstatt das Skalpell zu wetzen injizierten die amerikanischen Mediziner bisher 27 Patienten eine Lösung aus Tetradecylsulfat in den Gaumen. Durch die Chemikalie kommt es zu Narbenbildungen und dadurch zu einer Verhärtung des Gewebes im fraglichen Bereich.

Lediglich bei einem Viertel der Patienten sei das Gewebe nach rund einem Jahr wieder so weich gewesen, dass es zu einem Rückfall ins Schnarchen kam, berichten die Wissenschafter. Beim Großteil habe die Behandlung dagegen nachhaltig gewirkt. (APA)

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