Malaria: Erhöhte Ansteckungsgefahr in Afrika und Ozeanien

19. September 2001, 17:20
posten

Zwei Münchner nach Urlaub in Burkina Faso gestorben

München - Deutsche Tropenmediziner warnen vor den Gefahren der Malaria. Insbesondere in afrikanischen Ländern und den tropischen Gebieten Ozeaniens besteht nach wie vor eine erhöhte Ansteckungsgefahr, wie der Malaria-Experte der Universität München, Hans-Dieter Nothdurft in München erklärte. Erst in der vergangenen Woche waren zwei Münchner nach einem Urlaub in Burkina Faso an einer Malaria-Tropica gestorben.

Beratung vor der Fernreise

Tropenmediziner Nikolaus Frühwein geht davon aus, dass diese Todesfälle bei rechtzeitiger Behandlung hätten verhindert werden können. Reisende, die mit Fieber oder körperlich geschwächt aus einem Urlaub zurückkommen, sollten daher umgehend zu einem Arzt gehen, der sich mit Tropenkrankheiten auskenne, sagte Frühwein. Aber auch vor einer Fernreise sollten sich Urlauber rechtzeitig beraten lassen.

Meiste schwere Krankheitsverläufe werden importiert

Laut Nothdurft sind die meisten in Mitteleuropa importierten schweren und tödlichen Krankheitsverläufe auf Infektionen in Afrika zurückzuführen. Reisende in Ostafrika seien einem Erkrankungsrisiko von mindestens ein Prozent pro Monat ausgesetzt, in Westafrika sogar von zwei bis drei Prozent pro Monat.

Abwiegen zwischen Nebenwirkungen und Ansteckung

Ärzte entscheiden je nach Risiko über eine vorbeugende Behandlung, über Notfallmedikamente für das Reisegepäck oder über eine Nachbehandlung. Frühwein sagte: "Wir müssen abwägen zwischen dem Risiko der Malaria und dem Risiko der Nebenwirkungen der Medikamente."

1,5 Millionen Reisende werden im Urlaub schwer krank

Jährlich verreisen nach Angaben der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen 21 Millionen Deutsche im Durchschnitt für zwei Wochen in Gebiete, die ein gesundheitliches Risiko bergen, davon knapp fünf Millionen in die Tropen und Subtropen. Etwa 1,5 Millionen aller Reisenden werden den Angaben zufolge im Urlaub oder unmittelbar nach der Rückkehr schwer krank oder kommen mit gefährlichen Infektionskrankheiten zurück. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.