Irak ruft zu arabischer Einheit gegen US-Vergeltungsschlag auf

19. September 2001, 16:27
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Moslem-Gruppen in Pakistan: Müssen Jihad-Aufruf folgen

Bagdad/Islamabad - Die irakische Regierung hat die arabische Welt zu einer einheitlichen Haltung gegen die angekündigten Vergeltungsaktionen der USA aufgerufen. Wenn die Vereinigten Staaten die Terroranschläge vom 11. September als Vorwand für eine Aggression gegen ein bestimmtes Land nutzen wollten, dann müssten alle arabischen Staaten eine gemeinsame Gegenposition vertreten, erklärte der irakische Außenminister Naji Sabri am Mittwoch nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur INA.

Zugleich bekräftigte er, dass die irakische Regierung keinerlei Verbindung zu den Urhebern der Terroranschläge in New York und Washington unterhalte. "Das wissen auch die Vereinigten Staaten und der Westen", fügte Sabri hinzu. Der Außenminister traf am Mittwoch mit den Botschaftern mehrerer Staaten in Bagdad zusammen. Der Irak ist einer von sieben Staaten, denen die USA eine Förderung des internationalen Terrorismus vorwerfen.

Der Vorsitzende einer Gruppe von 35 islamischen Organisationen in Pakistan hat am Mittwoch indessen angekündigt, dass die Moslems des Landes einem Aufruf zum Heiligen Krieg durch einen afghanischen Gelehrtenrat folgen müssten. "Wenn die Ulema (der Gelehrtenrat) zum Dschihad (Heiliger Krieg) gegen eine amerikanische Aggression aufruft und dabei Pakistan benutzt wird, dann müssen die Gelehrten der gesamten islamischen Welt und Pakistan diesem Aufruf zum Dschihad folgen", sagte Maulana Sami-ul Haq, Vorsitzender eines Rates, dem die 35 Gruppen angehören, vor Journalisten in Rawalpindi. (APA/AP)

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