Schwere Sonnenbrände in der Kindheit verursachen Hautkrebs

19. September 2001, 13:07
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Tests an genetisch veränderten Mäusen

London - Untersuchungen an genetisch veränderten Mäusen bestätigen den Verdacht, dass schwere Sonnenbrände im Kindesalter einen späteren Hautkrebs hervorrufen können. Wie ein amerikanisches Forscherteam im Fachmagazins "Nature" (Bd. 413, S. 271) vom Donnerstag berichtet, reicht eine einzige hohe Dosis ultravioletten Lichts bei neugeborenen Mäusen aus, um einen bösartigen Hauttumor (malignes Melanom) entstehen zu lassen. Obwohl die Haut der Mäuse auf Grund der genetischen Veränderung der des Menschen ähnele sei aber dennoch Vorsicht bei der Übertragung der Untersuchungsergebnisse auf den Menschen geboten, so die Forscher.

Glenn Merlino vom Nationalen Krebsinstitut in Bethesda (US-Bundesstaat Maryland) und seine Mitarbeiter hatten für ihre Untersuchungen neugeborene Mäuse im Alter von 3,5 Tagen, sechs Wochen oder zu beiden Zeitpunkten mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Die Dosis entsprach der, die bei natürlichem Sonnenlicht im Sommer einen Sonnenbrand hervorrufen würde. Die Forscher fanden heraus, dass eine einzige Bestrahlung im Alter von 3,5 Tagen ausreichte, um bei den Mäusen einen bösartigen Hauttumor entstehen zu lassen. Eine Bestrahlung mit der gleichen Dosis im Alter von 6 Wochen löste hingegen keinen Hautkrebs aus.

Die Wissenschaftler führen die erhöhte Empfindlichkeit darauf zurück, dass die Haut der neugeborenen Mäuse mehr Vorläufer bestimmter Hautzellen besitzt und dass diese sich unter Stress wie beispielsweise UV-Licht - verstärkt teilen. So würden sich auch geschädigte Zellen stärker vermehren. Zudem könne durch das UV-Licht das sich noch entwickelnde Abwehrsystem beeinträchtigt werden. (APA)

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