Blutegel im Einsatz gegen Gelenks-Erkrankungen

17. September 2001, 17:12
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Pilotstudie in Deutschland

Essen - Eine Pilotstudie von Wissenschaftlern der Kliniken Essen-Mitte hat nachgewiesen, dass der Einsatz von Blutegeln bei Gelenksarthrose Symptome wie Schmerzen und Entzündung deutlich verringern kann. An der Studie nahmen 16 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren teil, die seit mehr als sechs Monaten unter ständigen Schmerzen im Knie litten. Die Wirkung der Behandlung hielt vier Wochen lang an. Sie dürfte auf Bestandteile des Speichels zurückzuführen sein, die über anästhetisierende und schmerzstillende Eigenschaften verfügen, berichten die "Annals of the Rheumatic Diseases" in ihrer Oktober-Ausgabe.

Die Blutegel-Therapie wurde an acht Patientinnen und zwei Patienten durchgeführt. Die restlichen sechs Teilnehmer erhielten eine für dieses Krankheitsbild übliche medizinische Behandlung. In der Folge wurden vier Blutegel am schmerzenden Knie angebracht, die 80 Minuten lang an Ort und Stelle blieben. Nach drei Tagen zeigte sich eine deutliche Verringerung der Schmerzen. 24 Stunden nach der Behandlung wurde die größte Wirkung beobachtet. Schmerzmessungen wurden vier Tage vor Beginn der Tests und 28 Tage nach Beendigung durchgeführt. Es kam weder zu unerwünschten Nebenwirkungen noch traten Infektionen auf. Lediglich der Biss der Blutegel wurde als leicht schmerzhaft empfunden. Bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe konnte kein vergleichbarer Behandlungserfolg erzielt werden.

Blutegel wurden in der Vergangenheit häufig zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Erst im letzten Jahrhundert kamen sie in der Medizin immer weniger zum Einsatz. (pte)

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