Gen-Mutation für Hasenscharten und gespaltene Gaumen (mit-)verantwortlich

16. September 2001, 21:35
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Forscher identifizieren zwei Übeltäter-Gene

New York - Hasenscharten und gespaltene Gaumen treten nicht nur sporadisch auf - es gibt auch genetische Veränderungen, die diese Geburtsschäden begünstigen können. Zwei Mutationen, die dabei eine Rolle spielen, stellten britische und amerikanische Forscher in der online-Ausgabe der Zeitschrift "Nature Genetics" vor.

Philip Stanier vom Imperial College in London identifizierte eine Genmutation auf dem menschlichen X-Chromosom, die eine vererbbare Form gespaltenen Gaumens hervorruft. Diese Veränderung fand sich in mehreren Familien unterschiedlicher ethnischer Herkunft, bei denen dieser Geburtsdefekt verstärkt auftritt.

Gleichzeitig berichtet Richard Spritz von der Universität von Colorado in Denver (USA) zusammen mit Kollegen aus Venezuela von einer Mutation in einem anderen Gen, das bei Menschen im Norden Venezuelas die Anfälligkeit für gespaltene Gaumen und Hasenscharten (gespaltene Lippen) stark erhöht. Die Forscher hatten bereits vorher gefunden, dass das gleiche Gen bei einer kleinen Gruppe im Norden Venezuelas für erbliche Fehlbildungen von Gaumen und Lippen verantwortlich ist. Es scheint also sowohl bei erblichen wie auch bei spontan auftretenden Formen dieser Fehlbildungen beteiligt zu sein, sagen die Forscher.

Gespaltene Gaumen und Hasenscharten treten etwa bei vier bis 20 Babys unter 10.000 auf und ist damit eine der häufigsten Geburtsfehler. Meist gibt es keine Hinweise auf eine genetische Veranlagung. Die genauen Ursachen dieser Schäden sind bisher unbekannt. Inzwischen könne Chirurgen diese Fehlbildungen jedoch gut operieren. (APA/dpa)

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