Farbe vom Pflege-Mann

14. September 2001, 13:45
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Zu breit gestreut seien die Engagements, man konzentriere sich nicht angemessen aufs Kerngeschäft, den Luxus eben, der derzeit einer der rar gesäten Bereiche wäre, deren Börsenkurven nach oben weisen. Und ob die jüngste gütliche Einigung im Hahnenkampf zwischen LVMHs Bernard Arnault und PPRs François Pinault (Pinault kriegt bei Gucci mehr Aktien, Arnault kriegt Geld und gibt seine Anteile auf) die Grundkonstellation ändert, ist fraglich. Zumindest ist das Vertrauen der Anleger, die das bisherige Gerangel wenig schätzten, vorläufig konsolidiert.

Courtin-Clarins ist in der glücklichen, einsamen, schwierigen Lage, seine eigenen Entscheidungen zu treffen, "außerdem habe ich in allen Bereichen des Unternehmens meine Finger drin," was für ihn den Reiz der speziellen Situation eines Familienunternehmers unter lauter Konzernstrategen ausmacht.

Unter seiner Ägide entstanden eine Reihe von Produkten, denen das Prädikat Vorreiterrolle wohl gebührt. Der Einsatz von Aromatherapie in der Körperpflege wurde in den Clarins-Laboratorien ersonnen und ist oft von den Mitbewerbern aufgegriffen worden, was Courtin-Clarins mit einer Mischung aus Stolz und Stress beäugt. Denn je schneller der Mitbewerb, desto schneller muss man vorreiten.

Er habe auch zuweilen kräftig danebengegriffen, konzediert Courtin-Clarins: "Vor ein paar Jahren war ich vollkommen davon überzeugt, dass in Gesichtspflege und Make-up ein ,Anti-Pollution-Komplex' integriert werden müsste. Ich setzte mich durch, und es wurde ein Superflop." Später nahmen etliche Produktentwickler das Konzept auf, Schutz vor Umwelteinflüssen ist heute quasi fixer Bestandteil sowohl bei der Pflege als auch bei Make-up-Foundations.

--> Le Rouge

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    clarins.com
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