Der kleine, feine Rest

12. September 2001, 16:04
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Ein neues Erscheinungsbild der mittlerweile etwas betagten "Sport Classique" hatte Guillaume Brochard bereits im Frühjahr dieses Jahres während der Basler Uhrenmesse angekündigt. Nun ist sie da, die Nachfolgerin, deren Auftritt sich keineswegs in einem zeitgemäßen Facelifting erschöpft. Wer die neue "Classic Wave", erhältlich in drei verschiedenen Größen, taktil und visuell ausgiebig begutachtet, wird wahrscheinlich von einer echten Neuschöpfung sprechen. Selbstredend blieben die elementaren gestalterischen Elemente erhalten, die entscheidend zum hohen Wiedererkennungswert des Klassikers beigetragen haben. Andererseits hat der Newcomer eine deutlich markantere Optik sowie eine hochwertigere Haptik bekommen.

Gehäuse und Band kann man uneingeschränkt handschmeichlerische und manschettenschonende Qualitäten bescheinigen. Scharfe Kanten sind absolute Fremdwörter. Und die zu einem geschmeidigen Gebilde zusammengefügten Bandglieder bescheren einen hohen Tragekomfort.

Das Motto "anziehen und wohlfühlen" kommt deshalb nicht von ungefähr. Es signalisiert, dass sich die Auseinandersetzung mit der Materie keineswegs auf vordergründige Elemente beschränkte. Im Gegenteil, sie reicht bis ins letzte Detail. Nur so konnte das Ganze mehr werden als die Summe seiner Teile. Allein bei den Uhrwerken übte sich Guillaume Brochard gewissermaßen in Verzicht. Den Zeittakt liefern durchweg lautlos schwingende Quarze. Mechanik ist für die "Classic Wave" gegenwärtig (noch?) nicht im Gespräch.

Wer eine Armbanduhr aus dieser Linie trägt, und das sind sehr oft Frauen, legt nach Auffassung Brochards besonderen Wert auf Qualität in Sachen Optik, Präzision, Komfort und Haptik. Das zeitbewahrende Innenleben spielt demgegenüber eine eher subsidiäre Rolle. Daher wird es höchste Zeit, dass Guillaume Brochard die dezidierte Meinung eines angesehenen Wiener Fachhändlers kennenlernt. Der betrachtet die Kombination aus Rolex-Uhrwerk und Ebel-Outfit als ideale Armbanduhr.

Soweit wird es mit Sicherheit niemals kommen. Aber Ebel besitzt durchaus das Potenzial, mechanische Uhrwerke auf Spitzenniveau zu entwickeln und zu produzieren, wie das Chronographenkaliber 137 "Le Modulor" eindrucksvoll beweist, welches in der gleichfalls überarbeiteten Ebel-Linie "1911" tickt.

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