Punktgenau

12. September 2001, 13:53
posten
Das Design Zentrum in Nordrhein-Westfalen, das ja örtlich betrachtet nicht gerade nach einem pulsierenden Lifestyle-Zentrum klingt, hat's in Sachen Design aber auch anderweitig faustdick hinter den Ohren. Was in Österreich ein bis heute mehr oder weniger erfolgloses Unterfangen darstellt, funktioniert in Deutschland schon seit Jahrzehnten. Unter dem Namen "Haus Industrieform" stellte man sich 1954 die Aufgabe, "der Allgemeinheit eine sinnvolle Gestaltung ihrer Umwelt durch die Förderung der Herstellung und Verbreitung formvollendeter Industrieerzeugnisse zu ermöglichen". Wirklich bemerkenswert ist dabei, dass diese Initiative in einer Region loslegte, die fast ausschließlich von Kohle- und Stahlproduktion lebte.

Heute ist das Design Zentrum Nordrhein-Westfalen die führende europäische Institution, wenn es darum geht, erfolgreich zwischen Industrie, Unternehmen und Designszene zu vermitteln. Neben den Wettbewerben "red dot award: product design" und "red dot award: communication design", beides weltweit anerkannte Gütesiegel für erstklassige Gestaltung, zeigt das Zentrum auf über 4000 m² fast tausend Exponate zeitgenössischen Designs, was die Schau zur weltweit größten Ausstellung dieser Art macht. Untergebracht ist diese Schaltstelle der Gestaltungskultur im ehemaligen Kesselhaus der Zeche Zollverein XII. Das aus Bauhaus-Zeiten stammende Industriedenkmal steht auf der Vorschlagsliste als Unesco-Weltkulturerbe und wurde vom britischen Architekten Sir Norman Foster 1997 umgebaut.

Die Wahl dieser Location, dieses Architekten zeigt zu guter Letzt in der immer unüberschaubarer werdenden Vielfalt der Objektwelt gerade jenes Kriterium, das sich auch das Design Zentrum besonders groß auf seine Fahnen heftet: Unterm Strich muss gute Gestaltung immer dem Auge des Betrachters standhalten können.

--> zurück

  • Artikelbild
    www.red-dot-award.com
  • Artikelbild
    www.red-dot-award.com
Share if you care.