Mit Körpersprache überzeugen

18. September 2001, 10:11
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Es liegt an Ihnen negative Spannungen aufzubauen oder eine ergebnisorientierte Atmosphäre aufkommen zu lassen

Ihre Körpersprache wird im Vorstellungsgespräch beobachtet und in Beziehung zu Ihren Antworten gesetzt. Die Körpersprache unterliegt Klischees, die Sie jedoch für sich nutzen können. Sie können negative Spannungen aufbauen oder eine entspannte und ergebnisorientierte Atmosphäre aufkommen lassen.

Nicht nur was Sie sagen, ist von Bedeutung, sondern auch wie Sie es sagen. Ihre Gestik, Ihre Mimik, die Art, wie Sie stehen oder sitzen - all dies wird von Personalverantwortlichen registriert und interpretiert.

Daher gilt:

1. Stehen Sie sich nicht selbst im Weg
2. Verscherzen Sie sich nicht die Sympathie des Gegenübers
3. Wirken Sie nicht unglaubwürdig

1. Stehen Sie sich nicht selbst im Weg

Verkrampfungen interpretiert nicht nur Ihr Gegenüber als Stresssignal, sondern auch Ihr eigenes Gehirn. Dies führt dazu, dass Sie in einen Dämmerzustand zwischen Flucht- und Angriffsreaktionen fallen. Analytisches Nachdenken ist in dieser körperlichen Verfassung nur noch schwer möglich.

Ihrem Gesprächspartner signalisieren Sie durch Ihre nach außen sichtbare Anspannung, dass sie sich in der momentanen Situation unwohl fühlen und am liebsten so schnell wie möglich den Raum wieder verlassen möchten. Personalverantwortliche vermuten dann, dass Sie sich bei schwierigen Situationen im Arbeitsleben lieber verstecken oder davon laufen.

2. Verscherzen Sie sich nicht die Sympathie des Gegenübers

Sich die Sympathie des Gegenübers zu verscherzen, ist ein schwerwiegender Fehler, da zwischenmenschliche Sympathie auch immer berufliche Akzeptanz beinhaltet. Konfrontations- und aggressives Dominanzstreben sowie die Andeutung von Kampfsignalen bringen diese zu Fall.

3. Wirken Sie nicht unglaubwürdig

Die von Ihnen gelieferte Einschätzung, dass Sie die geeingnete Bewerberin bzw. der geeignete Bewerber sind, muss im Vorstellungsgespräch glaubhaft wirken. Wenn Unstimmigkeiten zwischen dem Gesagten und dem körperlichen Ausdruck auftauchen, wird man Ihnen das, was Sie sagen, nicht mehr glauben.

Fünf Teilschritte zur Vermeidung der Fehler

1. Anspannung erkennen 2. Konfrontation vermeiden 3. Stress- und Verlegenheitsgesten reduzieren 4. Aggressive Dominanzgesten unterlasssen 5. Eine entspannte Grundhaltung einnehmen

1. Anspannung erkennen

Anspannung macht sich durch den nach innen gerichteten Blick des Bewerbers bemerkbar. Sie führt dazu, dass Sie nur noch Ihrem eigenen Unwohlsein nachspüren und auf diese Weise den Kontakt zu Ihrem Gegenüber verlieren.

2. Konfrontation vermeiden

Die Bewältigung von Stresssituationen geschieht nicht nur durch "Einfrieren", sondern auch durch "Angreifen". Konfrontation ist aber nicht die Atmosphäre, die in Vorstellungsgesprächen weiterbringt. Überkreuzte Arme, ein arrogant-abschätziger Blick sowie eine vorgebeugte Sitzhaltung werden vom Gegenüber als Angriff interpretiert.

3. Stress- und Verlegenheitsgesten reduzieren

Stress- und Verlegenheitsgesten lassen sich immer dann beobachten, wenn im Vorstellungsgespräch heikle Punkte, wie der Grund des Stellenwechsels, das zuküftige Gehalt oder ein eventueller Ortswechsel angesprochen werden. Darunter fallen das Hin- und Herziehen des Krawattenknotens, die "Uups"-Haltung (Hand vor den Mund) sowie die "Durchgeknetetes-Ohrläppchen"-Haltung.

Stresssignale lassen sich durch eine gute Vorbereitung sowie die Simulation des Gesprächs und das Finden von Alternativen auf Gegenargumente vermeiden.

4. Aggressive Dominanzgesten unterlasssen

Achten Sie darauf, sich im Vorstellungsgespräch nicht zu nahe zum Personalverantwortlichen zu setzen. Das löst bei ihm Abwehr und Aggression aus. Halten Sie eine Unterarmlänge Abstand. Legen Sie auch nichts auf den Tisch Ihres Gesprächspartners. Dies wird als Revierverletzung empfunden und wirkt wie ein Angriff.

5. Eine entspannte Grundhaltung einnehmen

Bei einer entspannten Grundhaltung hält der Bewerber die Hände frei, um seine verbalen Ausführungen nonverbal unterstreichen zu können. Wer die Hände ineinander verschränkt, sich an Papier festklammert oder nervös mit Stiften, Ohrschmuck oder Ringen herumspielt, bringt sich selbst und sein gegenüber aus dem Konzept.

Es empfiehlt sich außerdem aufrecht und aufmerksam zu sitzen und die Beine leicht geöffnet zu halten. Das verhindert, Entspannungen hervorzurufen und versetzt den Bewerber in die Lage, dem Geschehen im Vorstellungsgespräch optimal zu folgen. Der offene Blick, die Möglichkeit, Spiel- und Standbein gelegentlich zu wechseln und die locker auf den Oberschenkel gelegten Hände lassen den Bewerber wachsem und interessiert erscheinen. Wechselt der Bewerber von der Rolle des Zuhörers in die des Sprechers, nimmt er häufig die dynamische Grundhaltung ein. Der Bewerber ist mit seinem Oberkörper nach vorne gerückt und unterstreicht mit seinen Händen das Gesagte.

Wenn Ihnen mehrere Gesprächspartner gegenübersitzen, suchen Sie sich einen Platz, von dem aus Sie zu allen Blickkontakt haben können und wechseln sie diesen während des Gesprächs.(red)

Püttjer, Christian/ Schnierda, Uwe: Souverän im Vorstellungsgespräch.
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  • Positive Grundhaltungen: Neunzig-Grad-Winkel
Fotos: Püttjer & Schnierda: Souverän im Vorstellungsgespräch
    püttjer &schnierda: souverän im vorstellungsgesprä

    Positive Grundhaltungen: Neunzig-Grad-Winkel
    Fotos: Püttjer & Schnierda: Souverän im Vorstellungsgespräch

  • Offene Grundhaltung
    püttjer &schnierda: souverän im vorstellungsgesprä

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  • Dynamische Grundhaltung
    püttjer &schnierda: souverän im vorstellungsgesprä

    Dynamische Grundhaltung

  • Entspannte Grundhaltung
    püttjer &schnierda: souverän im vorstellungsgesprä

    Entspannte Grundhaltung

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