ORF-Kuratoriumsausschuss diskutiert "schwieriges Jahr" 2002

11. September 2001, 17:51
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Zusätzliche Kosten von einer Milliarde Schilling

"Von Sachlichkeit geprägt" war am Dienstag die erste Sitzung des so genannten Übergangsausschusses des ORF-Kuratoriums, wie Kurator Helmut Mödlhammer im Gespräch mit der APA berichtete. "Heftig diskutiert" sei dabei aber unter anderem die "schwierige ökonomische Situation" des ORF im kommenden Jahr geworden, erklärte der Grüne Mediensprecher Stefan Schennach, ebenfalls Mitglied des Kuratoriums.

Zusätzliche Kosten von einer Milliarde Schilling

Man habe die Kuratoren mit zusätzlichen Kosten von über einer Milliarde Schilling konfrontiert, sagte ORF-Generalintendant Gerhard Weis der APA. "Einige Kuratoren haben angemerkt, das sei unfair, weil wir auch Kosten dazurechnen, die nicht direkt mit dem Gesetz in Zusammenhang stehen", so Weis. "Nur, bisher konnten wir uns solche Extraordinaria dazu verdienen. Die Milliarde ist unfair, aber sie ist real."

"560 Millionen sind Folge des Gesetzes", betonte der VP-nahe Kurator Mödlhammer. Weitere finanzielle Belastungen stünden im bereich der Fernsehrechte an, darüber hinaus wappne sich der ORF für "neue Rahmenbedingungen" durch Mitbewerber im Privat-TV-Sektor. Aber auch die schwache Werbekonjunktur sei in der heutigen Sitzung thematisiert worden. "Das wird sicher zu diskutieren sein, wie man hier einen Ausgleich schafft", meinte dazu Mödlhammer. "Es gibt gewisse Möglichkeiten im neuen Gesetz." Zustimmung signalisierte der VP-nahe Kurator etwa dem ORF-Plan, ab dem kommenden Jahr Werbung im Jugendradio FM4 zu schalten.

Intensiv debattiert wurde dem Vernehmen nach auch das weitere Prozedere für die Umsetzung der ORF-Reform: So gebe es etwa in der Frage, wann die Wahl des Generaldirektors laut Gesetz möglich ist, unterschiedliche Auffassungen, erklärte Schennach. Ein Gutachten der ORF-Rechtsabteilung solle dies nun klären.(APA)

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    foto: orf
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