UNCTAD fordert Milliarden-Hilfsprogramm für Afrika

11. September 2001, 14:42
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Endgültige Lösung für Schuldenproblematik verlangt

Genf - Angesichts der sich verschärfenden Wirtschaftskrise in vielen afrikanischen Staaten hat die UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) ein Hilfspaket von zehn Milliarden US-Dollar (11,05 Mrd. Euro/152 Mrd. S) pro Jahr gefordert. "Wenn wir wollen, dass die internationale Hilfe für Afrika eines Tages weniger wird, dann müssen wir sie zuerst erhöhen", sagte UNCTAD-Generalsekretär, der Brasilianer Rubens Ricupero, am Dienstag in Genf.

In dem UNCTAD-Bericht über die Entwicklung in Afrika wird als Ausweg aus Armut und Schuldenfalle unter anderem ein besserer Marktzugang und stabile Preise für afrikanische Produkte verlangt. Zugleich werden die afrikanischen Regierungen zu einem Wechsel ihrer Politik und mehr Verantwortung für Entwicklung aufgefordert.

Die UNCTAD verlangt weiterhin eine endgültige Lösung für die Schuldenproblematik der 33 ärmsten afrikanischen Staaten. Ein erster Schritt sei ein sofortiger Stopp der Schuldenrückzahlung, ohne dass dafür zusätzliche Zinsen anfielen.

Die gesamten Auslandsschulden der südlich der Sahara gelegenen Staaten betrugen im vergangenen Jahr 206 Milliarden US-Dollar. Die Schuldenlast war damit zehn Milliarden Dollar höher als 1999.

Der Bericht zeichnet eine düstere Zustandsbeschreibung der wirtschaftlichen Lage in Afrika. Zurück gehende Auslandshilfe, rückläufiger Handel, wachsende Schulden und ineffektive Korrekturmaßnahmen hätten die Staaten südlich der Sahara-Zone ärmer werden lassen als vor zwei Jahrzehnten. Das Pro-Kopf-Einkommen in Afrika liege derzeit zehn Prozent unter dem von 1980. In den elf am wenigsten entwickelten Ländern des Kontinents herrsche Krieg oder Bürgerkrieg. Nur Uganda und Mocambique hätten das Ziel von sechs Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr erreicht. (APA/dpa)

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UNCTAD

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    foto: unctat
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