Börsenflaute lässt Markt für Wohnbauanleihen boomen

11. September 2001, 13:52
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Trotz Rückgang im Neubau können Erträge gesteigert werden

Wien - Der erwartete Boom bei Wohnbauanleihen hat eingesetzt. Den Emittenten, wie der s Wohnbaubank mit knapp 20 Prozent Marktanteil, kommt derzeit der Einbruch an den Aktienmärkten zu gute. Bis August habe die s Wohnbaubank mit 800 Mill. S (mehr als 58 Mill. Euro) an Neuemissionsvolumen einen neue Rekord aufgestellt, berichteten die Vorstände der mehrheitlich der Erste Bank gehörenden Spezialbank, Peter Bosek und Josef Schmidinger. Damit werde die für heuer angepeilte Neuemissionssumme von 1 Mrd. S "auf jeden Fall" erreicht. Die aktuellen Neuemissionen der s Wohnbaubank rentierten deutlich über den Bundesanleihen und auch über denen der Konkurrenz.

45 Emissionen seit Gründung

45 Wohnbauemissionen hat die Spezialbank seit ihrer Gründung 1994 begeben. Bis Ende Juni 2001 lag ihr Gesamtemissionsvolumen bei 6,73 Mrd. S, zur Jahresmitte 2000 waren es 5,24 Mrd. S gewesen. Dass auch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), wie gestern berichtet, nun in Zürich Anleihen über 700 Mill. Franken begeben hat, spricht nach Einschätzung der s Wohnbau-Experten für eine weitere Belebung dieses Marktes.

Rückgang im Bau

Während, konjunkturell bedingt, im Wohnungsneubau Rückgänge verzeichnet werden, wächst die Finanzierung von Sanierungen kontinuerlich an. Wie wichtig auch für die Kommunen eine aktive Wohnbaupolitik sei, hat laut Schmidinger das jüngste Volkszählungsergebnis gezeigt, auch am Beispiel Wien. "Wo gebaut wird, zieht Bevölkerung zu." Nach wie vor wird ein Großteil der privaten Wohnbaufinanzierungen in Yen aufgenommen. Welche Auswirkungen "Basel II" auf Häuslbauer, Wohnungskäufer und Bauträger haben wird, wenn ab 2005 die Banken Kredite bonitätsabhängiger "bepreisen" müssen, können die S-Wohnbaubanker heute noch nicht sagen. Man stellt sich aber auf ein "Riesenthema" ein.

Erträge im Segment steigen

Im Halbjahresergebnis 2001 hat die s Wohnbaubank zugelegt. Das Betriebsergebnis ist im Vergleich zum Erstsemesterwert 2000 auf 24,1 (23,9) Mill. S angestiegen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) stieg von 21,6 auf ebenfalls 24,1 Mill. S. Im Aktivgeschäft erhöhten sich die Ausleihungen an Wohnbaukunden im Jahresabstand um mehr als 1 Mrd. S auf 6,5 Mrd. S. Die Eigenmittelquote lag infolge der starken Geschäftsausweitung bei gleicher Kapitalbasis Ende Juni bei 15 (17) Prozent. Zu Jahresende 2001 soll die Bilanzsumme 8,3 Mrd. S betragen. Derzeit liegt sie bei etwas mehr als 8 Mrd. S, Ende des 1. Halbjahres 2000 waren es knapp 7 Mrd. S.

Ab 17. September gibt es eine neue Wohnbauanleihe der s Wohnbaubank: Sie ist aufgeteilt in eine fix verzinste Tranche mit einer Verzinsung von 4,5 Prozent und einer Laufzeit von 10 Jahren und zirka 3 Monaten sowie in eine fix-variabel verzinste Tranche mit selber Laufzeit, wobei die Verzinsung der ersten fünf Jahre 4 Prozent beträgt. Ab dem sechsten Jahr wird jährlich an die Sekundärmarktrendite für Bundesanleihen minus 0,75 Prozent angepasst. Dadurch könne der Zinssatz auf bis zu 5,75 Prozent steigen, so der Emittent. Der Mindestzinssatz beträgt 3 Prozent. Der jährliche Kupon ist beim Privatanleger bis zu 4 Prozent KESt-befreit, unabhängig von Behaltefrist und Ersterwerb. Dadurch sei die Rendite nach Steuern um 1,3 Prozentpunkte höher als bei gleich hoch verzinsten "Normalanleihen". Die Aufwendungen für den Ersterwerb sind als Sonderausgabe absetzbar. (APA)

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    foto: derstandard/semotan

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