"Denken Sie an den Louvre!"

11. September 2001, 01:23
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Die grossen Pläne des Kunsthistorischen Museums - Wilfried Seipel sieht keinen Grund mehr zum Jammern

Wien - "Wir sind sehr glücklich, dass offensichtlich die stagnierende Bauwirtschaft jetzt auch durch Initiativen in Bezug auf die Kulturbauten belebt werden soll", kommentiert der Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel, die frohe Kunde, dass der Bund ab sofort zusätzlich 825 Millionen Schilling zur Sanierung von historischen Bauten aufwenden will. Einiges von diesen Mitteln wird auch Institutionen aus dem komplexen Einflussbereich des KHM zugute kommen.

Neuer Glanz auf alter Fassade

Zu allererst nennt Seipel dabei den Ausbau des Völkerkundemuseums. "Da sind wir gut unterwegs. "Genau so freuen wir uns, dass die Burghauptmannschaft auch signalisiert hat, dass nun schon im nächsten Jahr die Überdachung des Hofes in Angriff genommen werden kann und dass endlich auch die Fassaden des Kunsthistorischen Museums saniert werden" - vor allem am Museumsplatz gegenüber den im neuen Glanz strahlenden Museumsquartier. "Im nächsten Jahr kommt dann die Instandsetzung der Kunstkammer dran." "Wir haben überhaupt keinen Anlass mehr zum Jammern".

"Da unten muss sich was abspielen"

Geplant wird weiter auch am Großprojekt des Ausbaus des Maria Theresien Platzes. Die planerische Vorstudie dazu will Seipel im Jänner der Öffentlichkeit vorstellen. "Über die Finanzierung mache ich mir keine Sorgen. Das Ganze ist nur sinnvoll, wenn es eine gewisse wirtschaftliche Komponente hat, da unten muss sich was abspielen. Denken Sie an den Louvre", deutet der Direktor die Richtung der Pläne an. Mit einem großzügigen Museumsshop-Bereich allein wäre es sicher nicht getan.

25.000 Quadratmeter mehr als das Museumsquartier

Insgesamt 80.000 Quadratmeter betragen nun die zu bewirtschaftenden Flächen des KHM-Komplexes (inklusive der Museen in der Neuen Burg, Schloss Ambras, Wagenburg und den seit Jahresbeginn einverleibten Völkerkunde- und Theatermuseum). "Das ist schon ein gewaltiger Betrieb geworden. Da sind wir noch um 25.000 Quadratmeter über dem Museumsquartier", räsoniert Seipel. (APA)

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    bild: khm.at
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