Polizeiskandal in Miami: Beamte schoben Verdächtigen Waffen unter

9. September 2001, 17:02
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13 Beamte wegen Korruption angeklagt

Miami - Ein Polizeiskandal erschüttert Floridas Metropole Miami. 13 Beamte, alle derzeitige oder ehemalige Mitglieder einer Elite-Einheit, sind nach Angaben des Bundeskriminalamts FBI wegen Korruption angeklagt worden.

Beamte schoben Verdächtigen Waffen unter

Sie werden beschuldigt, unbewaffneten Verdächtigen Waffen untergeschoben zu haben, um wüste Schießereien von Polizeikollegen als rechtmäßig darzustellen. Auch bei späteren Vernehmungen sollen die Beamten, darunter ein stellvertretender Polizeichef, über die Umstände von widerrechtlichem Schusswaffengebrauch und Verhaftungen gelogen haben, wie das Bundeskriminalamt am Freitag (Ortszeit) in Miami mitteilte.

Toten am Tatort Waffen untergeschoben

In einem Fall gaben Polizisten dem FBI zufolge von einer Autobahnbrücke aus 37 Schüsse auf zwei unbewaffnete Schwarze ab, die nach einem Raubüberfall auf der Flucht waren. Beide Männer wurden getötet. In einem zweiten Fall wurde ein 72-jähriger Mann während einer Hausdurchsuchung wegen Drogenverdachts von Polizeikugeln durchsiebt. Beide Male hätten Polizisten den Toten am Tatort Waffen untergeschoben und dann behauptet, die Beamten hätten mit ihren Schüssen in Notwehr gehandelt.

Waffen stammten von früheren Verhaftungen

Die Waffen stammten den Angaben zufolge von früheren Verhaftungen und waren von den Beamten einbehalten worden. In einem Fall hörten Kollegen nach einer Schießerei einen der jetzt angeklagten Polizisten einen anderen per Polizeiradio fragen: "Ich bin auf dem Weg zum Tatort. Soll ich etwas mitbringen?"

Sieben Beamte Männer bereits festgenommen

Sieben Beamte Männer wurden nach FBI-Angaben am Freitag festgenommen, von vier anderen werde erwartet, dass sie sich in Kürze stellen. Zwei weitere Polizisten hätten die Taten bereits teilweise zugegeben und arbeiteten mit den Ermittlern zusammen. Das FBI äußerte die Befürchtung, dass im Zuge der andauernden Ermittlungen noch mehr Korruptionsfälle aufgedeckt werden. Bundesanwalt Guy Lewis als Ankläger sprach von abscheulichen Verbrechen: "Die Taten dieser Beamten beflecken die Polizeimarken aller hart arbeitenden, ehrlichen und treuen Polizisten, die jeden Tag ihr Leben zum Schutz der Bevölkerung aufs Spiel setzen." (APA/dpa)

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