Pflanzungsversuch in USA: Menschlichen Gene im Gen- Reis

7. September 2001, 15:56
posten

Greenpeace warnt vor Pharma-Pflanzen

Washington/Wien - Mit überdimensionalen Spritzen auf einem Feld in Kalifornien machten am Freitag, Greenpeace-Aktivisten darauf hinzuweisen, dass laut der Umweltorganisation genmanipulierter Reis für Pharmazeutika-Herstellung angebaut wurde.

Freisetzungsversuch mit eingebauten menschlichen Genen

Bei dem von Greenpeace genannten Feld handle es sich um einen Freisetzungsversuch der Firma Applied Phytologics, Inc. (API). Mittels gentechnischer Methoden seien in den Reis menschliche Gene eingebaut worden, so die Organisation. Dadurch würden die Reispflanzen u.a. die menschlichen Proteine Lactoferrin und Lysozym produzieren.

Pharmazeutika-produzierende Pflanzen

Greenpeace warnte in einer Aussendung davor, dass dieser Reis die umliegenden Felder mit konventionellem Speise-Reis verunreinigen und so in die Nahrungskette gelangen kann. Auch die ökologischen Auswirkungen seien praktisch nicht untersucht. "Es gibt keine Rechtfertigung dafür, Pharmazeutika-produzierende Pflanzen in der freien Natur anzubauen, weil ihre Unbedenklichkeit nicht nachgewiesen ist und sie in die Nahrungskette gelangen könnten", meinte Kimberly Wilson, Gentechnik-Expertin von Greenpeace USA. "Gentech-Medikamente können in geschlossenen Systemen auf sicherere Weise hergestellt werden. Der Anbau von diesem Reis und allen anderen Pharma-Pflanzen in freier Natur muss verboten werden", sagte Wilson.

Laut Greenpeace arbeiten weltweit etwa 20 Biotech-Unternehmen daran, so genannte "Pharm-Crops" herzustellen. Dabei werden etwa Mais, Reis und Gerste gentechnisch manipuliert, damit sie Pharmazeutika und andere Substanzen wie Enzyme für die Industrie oder Labor-Chemikalien produzieren.

Keine ausreichende kontrolle für Anbau

"Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass einmal in die Natur freigesetzte Pflanzen nicht mehr unter Kontrolle sind. Erst vor kurzem ist in den USA ein wegen Allergie-Gefahren nur als Futtermittel zugelassener Gen-Mais in unzähligen Lebensmitteln nachgewiesen worden", hieß es. Mit der Freisetzung von Pharm-Crops drohe nun eine neue Gefahr für Umwelt und Gesundheit. Um diese Risiken zu vermeiden, sollte daher das Vorsorgeprinzip gelten und die Freisetzung gentechnisch manipulierter Lebewesen untersagt werden, so Greenpeace. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.