Wasser: Flüssiges Gold des 21. Jahrhunderts

7. September 2001, 15:57
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Konzerne und Anleger wittern profitable Geschäfte und versuchen, aus dem öffentlichen Monopol Wasser ein privates zu machen

Der Mangel an sauberem Trinkwasser wird zum immer dringenderen Problem. Dass sauberes Süßwasser zunehmend gebraucht wird, ist unstrittig, schließlich wächst der jährliche Wasserkonsum global doppelt so schnell wie die Weltbevölkerung. Laut UNO haben heute rund 1,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Im Jahre 2025 dürften es bereits 2,5 Milliarden sein - jeder Dritte.

Hauptursache für die Wasserknappheit sind Verschwendung und Verschmutzung. Dazu Barthold Sauveur, Geschäftsführer der Pictet Funds GmbH, Frankfurt: "Unzählige Analysen belegen, dass die Weltwirtschaft seit Jahrzehnten Raubbau mit den Süßwasserreserven betreibt; so verbraucht allein 1 Orange für ihren Reifeprozess ca. 50 Liter Wasser, bis 1 Kilo Rindersteak in der Kühltruhe liegen, sind 20.000 Liter Wasser nötig. Wasser ist ein knappes Gut und die Notwendigkeit, die benötigten Wassermengen aufzubereiten und zu verteilen wächst mit jedem Tag."

Profitable Geschäfte

Weil Wasser immer knapper und damit wertvoller wird, ist es auch für die Privatwirtschaft immer interessanter. Konzerne und Anleger wittern profitable Geschäfte und versuchen, aus dem öffentlichen Monopol Wasser ein privates zu machen:

Drei global operierende Konzerne aus Frankreich und Deutschland - die Suez Lyonnaise des Eaux, Vivendi und RWE Aqua GmbH - haben sich den globalen Wassermarkt aufgeteilt. Sie besitzen die Wasserversorgungen von Metropolen wie Manila, Karachi, Jakarta, Buenos Aires, Sofia, Budapest, Santiago de Chile oder London und bestimmen, wer dort wie gutes Wasser zu welchem Preis erhält.

Thema für Investmentfonds?

Geschädigt durch das Platzen der Spekulationsblase bei Technologieaktien sucht der verunsicherte Investor nach einer stressfreien Anlage, die er mit "gutem Gewissen" tätigen kann. Kein Wunder, dass Wasser, das "Blaue Gold", als noch frisches Zukunftsthema vermehrt Beachtung findet.

Ein Wasserfonds kann die globalen Wasserprobleme naturgemäß zwar nicht lösen - er kann jedoch von diesem Megatrend profitieren. Dazu gilt es, das weltweite Anlageuniversum einzugrenzen, zu analysieren und nach Chancen abzuklopfen. Denn eine Aktie ist ja nicht automatisch attraktiv, nur weil sie eine Wasseraktie ist.

Kapitalisierung nimmt rasant zu

Derzeit sind weltweit ca. 100 Aktiengesellschaften identifizierbar, die sich mit Wassergewinnung, -transport und -aufbereitung sowohl für Industrie- als auch Konsumzwecke beschäftigen. Man rechnet derzeit mit einer Verfünffachung der Kapitalisierung des Sektors innerhalb der nächten zehn Jahre. Etwa zwei Drittel des Investmentuniversums entfallen auf Bereiche wie Ausrüstungen, Wasserversorgung und -aufbereitung. Daneben finden sich Unternehmen, die auf Schadstoffentsorgung, Überwachung und Chemikalien spezialisiert sind.

Bei den Unternehmen handelt es sich sehr oft um kleinere spezialisierte Unternehmen, die es für den Privatanleger schwierig machen mit nur einigen wenigen Werten die verschiedenen Spektren der noch fragmentierten Branche erfolgreich abzudecken. Deshalb bietet sich die Investition in einen professionell gemanagten Investmentfonds an.

Die Spezialisten der Schweizer Privatbank Pictet haben Anfang des Jahres 2000 den weltweit ersten Wasserfonds, den Pictet Global Sector Fund Water, aufgelegt. Es handelt sich hierbei um das erste Produkt, das sich ausschließlich mit den Chancen der Wasserindustrie beschäftigt. (e-fundresearch)

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  • Artikelbild
    foto: e-fundresearch
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