General Partners droht Insolvenz

4. September 2001, 19:11
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Termine für Zwangsversteigerungen bereits beantragt

Wien - Die börsenotierte Wiener Immobiliengesellschaft General Partners Immobilienbesitz AG (GPI), die mit "massiven Liquiditätsproblemen" kämpft, steht vor dem finanziellen Zusammenbruch.

"Ohne Insolvenzverfahren wird es aus heutiger Sicht wohl nicht gehen", sagte Sanierungsvorstand Heimo Keber am Dienstag zur APA. Es sei denn, es finde sich noch ein Partner, der Eigenmittel zuschieße. Ein solcher habe sich freilich bisher nicht gemeldet.

Keber bestätigte Medienberichte, wonach das neu zu bewertende Immobilien- und Beteiligungsvermögen der GPI um 50 bis 100 Mill. S (7,27 Mill. Euro) "nach unten korrigiert" werden müsste und der Jahresverlust für 2000 damit 280 bis 330 Mill. S erreichen könnte.

"Nur geringe Chancen" für außergerichtlichen Lösung "

Bis kommenden Freitag wollen Keber und Co-Vorstand Josef Strasser "unsere Version" des Jahresabschlusses vorlegen. Auf Grundlage dieses Status soll dann in der nächsten Woche mit den Gläubigerbanken über das weitere Schicksal der GPI verhandelt werden. Keber räumt einer außergerichtlichen Lösung "nur geringe Chancen" ein.

Von den Liegenschaften seien derzeit alle unter gerichtlicher Zwangsverwaltung, Zwangsversteigerungstermine seien beantragt, sagte Keber weiter. Hauptgläubiger der GPI sind nach seinen Angaben die Creditanstalt (CA) mit einer Forderungssumme von 90 Mill. S, die Immobank (20 bis 30 Mill. S), die Volksbank Kötschach-Mauthen (16 Mill. S) und die Hypo-Alpe-Adria Bank (10 Mill. S).

Ex-GPI-Vorstand Wolfgang Kössner und drei weitere Manager der General-Partners-Gruppe sitzen derzeit wegen Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betrugs nach wie vor in Untersuchungshaft. Kössner bestreitet die Vorwürfe. (APA)

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    General Partner Wolfgang Kössner Chef steht unter Druck

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