Tellerrand: Jazz-Gitti

3. September 2001, 13:58
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Sie ist vielseitig, besitzt eine kräftige Portion Humor und gilt als Wiener Original. Ihren Künstlernamen hat Mitte der 70er-Jahre Fatty George geprägt - seither ist Martha Butbul die Jazz-Gitti.

Jazz-Gitti ist aber auch eine gute, erfinderische Köchin und kreiert daheim in Leobendorf Gerichte, am liebsten mit Angeboten der Saison vom Bauernmarkt. Ihren böhmischen Wurzeln verdankt sie die Liebe zu Erdäpfeln "in allen Variationen".

Für ihre Homepage www.jazz-gitti.at wünscht sich die Gitti viele Eintragungen ins Gästebuch: "Man kann mich dort auch ruhig beschimpfen, ich kann mich eh nicht wehren."

Was haben Sie als Schuljause mitbekommen?
Oje, das ist ja schon vierzig Jahre her. Ich glaube, auf jeden Fall Schulmilch und was mir die Mutti so mitgegeben hat - Salamisemmel und ein Gurkerl.

Was würden Sie nie mehr wieder essen?
Austern. Die habe ich einmal probiert in einem Hotel in Baden, das mag ich nicht. Die schauen aus wie Rotz, da graust es mir. Fische und Meerestiere mag ich aber schon.

Was könnten Sie immer wieder essen?
Mir schmeckt alles, das ist ja mein größtes Problem schon mein ganzes Leben. Aber Erdäpfel in allen Variationen zum Beispiel, da kommt meine böhmische Ader durch. Und bei Erdäpfelsalat könnte ich deppert werden.

Wie viel Zeit widmen Sie dem Essen/Kochen?
Wenn ich Zeit habe, sehr viel. Mein Lieblingsrezept ist, in den Kühlschrank zu schauen, was da ist und dann Sachen zu erfinden. Ich komponiere Gerichte. Tiefkühlkost kommt nicht infrage, ich koche mit Gemüsen der Saison und was es am Markt gerade frisch gibt. Das Essen muss rund und mollig schmecken und mit Liebe gekocht sein.

Was verbinden Sie mit dem Begriff vegetarisch?
Ich respektiere Menschen, die kein Fleisch mögen. Manchen graust ja vor Fleisch. Ich selbst möchte nicht auf Fleisch verzichten.

Was kann Ihnen beim Essen die Laune verderben?
Ich lasse mir den Appetit nicht so schnell verderben, aber wenn jemand isst wie ein Schwein oder wenn es stinkt, das mag ich nicht. Manche Leute essen wirklich ungustiös.

In welchem Zusammenhang haben Sie am meisten Geld für Essen ausgegeben?
Das weiß ich nicht. Wenn ich auf etwas Gusto habe, dann schaue ich nicht auf den Preis. Ich gehe gerne essen, doch bin ich in Restaurants meistens eingeladen.

Haben Sie noch einen unerfüllten kulinarischen Wunsch?
Nein, ich habe keine ausgefallenen Wünsche. Ich muss nicht Strauß, Schildkröte, Känguru oder Froschschenkel essen. Am liebsten sitze ich mit Milchkaffee und Butterbrot auf meiner Terrasse.

Gefragt hat: Barbara Forstner

  • Jazz Gitti
    www.jazz-gitti.at

    Jazz Gitti

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