Mittelamerikanische Staatschefs beraten über Regionalkrisen

31. August 2001, 20:20
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Integrationsbemühungen durch wiederaufgeflammte Grenzstreitigkeiten überschattet

Guatemala - Die mittelamerikanischen Staatschefs sind am Freitag in Guatemala zu einem kurzfristig einberufenen Gipfeltreffen zusammengekommen. Offizielles Thema war die politische und wirtschaftliche Integration der Region. Das Treffen, an dem die Präsidenten Guatemala, El Salvadors, Honduras', Nicaraguas, Costa Ricas sowie der Vizepräsident Panamas teilnahmen, fand aber vor dem Hintergrund wiederaufgeflammter Grenzstreitigkeiten statt.

In den vergangenen Wochen hatte die Ausweisung von zwei salvadorianischen Diplomaten aus Honduras wegen angeblicher Spionagetätigkeit für Verstimmung zwischen beiden Ländern gesorgt. Nicaragua wiederum hatte Honduras vorgeworfen, Truppen an der Grenze zusammenzuziehen und einen Überraschungsangriff zu planen. Sowohl zwischen Nicaragua und Honduras als auch zwischen Honduras und El Salvador sowie zwischen Nicaragua und Costa Rica gibt es Grenzstreitigkeiten.

Die mittelamerikanischen Staatschefs hatten bei vergangenen Treffen immer wieder betont, dass eine politische und wirtschaftliche Union nach europäischem Vorbild für ihre kleinen und überwiegend bettelarmen Staaten die einzige Zukunftsperspektive ist. Die tatsächlichen Fortschritte auf dem Weg zur Integration waren bisher aber mäßig. So erhebt beispielsweise Nicaragua seit Dezember 1999 Strafzölle auf honduranische Produkte. (APA/dpa)

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