Rumänien: Gnadengesuch von radikalem Bergarbeiterführer abgelehnt

31. August 2001, 17:50
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Präsident Iliescu verurteilt fehlendes Schuldbewusstsein von Cozma

Bukarest - Der rumänische Staatspräsident Ion Iliescu hat am Freitag das Gnadengesuch des zu 18 Jahren Haft verurteilten radikalen Bergarbeiterführers Miron Cozma abgelehnt. Das berichtete die amtliche rumänische Nachrichtenagentur Rompres. Iliescu begründete seinen Schritt unter anderem damit, dass Cozma seine Schuld nicht eingestanden habe. Damit sei die Grundvoraussetzung für eine Begnadigung nicht erfüllt.

Cozma hat als Gewerkschaftsführer der Bergleute aus dem westrumänischen Kohlerevier Schil-Tal (Valea Jiului) mehrmals für Unruhen gesorgt. Er ist seit 1999 inhaftiert, nachdem er im Zusammenhang mit den Bergarbeiterunruhen von 1991 wegen "Unterminierung der Staatsgewalt verurteilt worden war. 1991 hatten unzufriedene Bergleute Regierungsgebäude und Parlament gestürmt und den Sturz der damaligen Regierung herbeigeführt.

1990, wenige Monate nach den Sturz des Diktators Nicolae Ceausescu, hatte Cozma außerdem Tausende von Bergleuten nach Bukarest geführt und Demonstranten gegen Iliescu verprügeln lassen. Sein Auftraggeber war der damalige Staatschef Iliescu. Zuletzt wiegelte Cozma die sozial unzufriedenen Bergleute 1999 gegen die damalige bürgerlich-liberale Regierung auf und marschierte mit Tausenden von ihnen nach Bukarest, wobei es zu massiven Schlägereien mit der Polizei kam. Die Unruhen von damals endeten mit Cozmas Verhaftung. (APA/dpa)

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