redmail: Die rote Post ist da

31. August 2001, 18:23
posten

Styria Medien AG und niederländische Post treten gegen die "gelbe Post" an

Wien/Graz - Die "gelbe Post" bekommt Konkurrenz: Die Styria Medien AG und die niederländische TNT Post Groep (TPG) gründen ein gemeinsames Unternehmen namens "redmail", mit dem sie zunächst im Zeitungsvertrieb und im Massensendungs-Markt, später (im Zuge der Postliberalisierung) auch in der Zustellung von Standardbriefsendungen österreichweit aktiv werden.

Als "Gefäß" für das neue Unternehmen (die kartellrechtliche Genehmigung des Zusammenschlusses steht noch aus) fungiert die Styria-Tochter Presse Medien Service GmbH (PMS). Sie wird in "redmail" umbenannt und verfügt dann, wie PMS-Geschäftsführer Kurt Schügerl dem Standard bestätigte, über drei Töchter, von denen sich eine um die Zeitungszustellung, eine weitere (die bishe 2. Spalte rige TPG-Tochter GFW/Gesellschaft für Werbemittelzustellung) um die teils nächtliche Zustellung von Massensendungen und die dritte (die bisherige PMS-Tochter CiMedia) um die Tag-Zustellung kümmern soll.

Zeitungszustellung

Das Hauptaugenmerk gilt zunächst der Zeitungszustellung, wo aufgrund der bevorstehenden massiven Tariferhöhungen durch die österreichische Post besonderer Zeitdruck herrscht. Bereits jetzt ist die PMS in Wien und Niederösterreich aktiv, wo die Hauszustellung durch den "Printexpress", eine Tochter von PMS und Standard, besorgt wird. Osttirol, Kärnten, die Steiermark und das Burgenland bedient die PMS allein. Das neue Unternehmen ist - auch in Westösterreich - zu weiteren Kooperationen bereit, wie auch der Styria-Vorstandsvorsitzende Horst Pirker betont: "Das ist ein offenes System", man überlege auch "gesellschaftsrechtliche Verschränkungen" mit künftigen Partnern.

Pirker sieht die Fixierung der Kooperation mitten im Tarifstreit mit der Post nicht als Drohgebärde, sondern als "zufällige zeitliche Koinzidenz". Die "brutale" Preispolitik der Post "treibt aber sicher Kunden in unsere Arme", meint Pirker. Hintergrund des Zusammenschlusses sind die - bisher eher zaghaften - Bemühungen der EU um eine Postliberalisierung. Bei Abschluss der Liberalisierung 2007 möchte Pirker eine "neue Post" etabliert haben, "die ein bisschen mehr kann und mehr will als die alte Post."

Die schon jetzt für alternative Anbieter offene Zustellung von nicht adressierten Sendungen und adressierten Sendungen mit mehr als 350 Gramm Gewicht haben ein Marktvolumen von 3,5 Mrd. S (254,4 Mio. €), mit der Freigabe der Standardbriefsendungen kämen noch einmal zehn Milliarden Schilling dazu. (fle, mimo)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Post soll bei der Zustellung von Zeitungen und Briefsendungen schon bald Konkurrenz bekommen.

Share if you care.