Ex-FP-Obmann attackiert Riess-Passer

31. August 2001, 19:05
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Norbert Steger spricht von "menschenverachtenden Intrigen" der Vizekanzlerin

Wien - Der frühere FPÖ-Obmann Norbert Steger wehrt sich gegen Medienberichte, er habe nach einer gescheiterten Investition in der Karibik die FPÖ um Hilfe gebeten. "News" hatte kürzlich unter Berufung auf Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F) berichtet, Steger habe der Partei über einen "Abgesandten" die Versöhnung angeboten und um einen Posten gebeten. In einem offenen Brief an Riess-Passer wies der Rechtsanwalt diese Darstellung am Freitag zurück und sieht hinter den Berichten eine Kampagne der FPÖ.

Flächendeckende Attacken

Auf Anfrage meinte Steger, hinter den Berichten (vor "News" hatten bereits mehrere Tageszeitungen und Magazine über den Immobilien-Deal berichtet) stehe zweifellos der Medienapparat der FPÖ und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F). "Sonst rennt so etwas nicht 14 Tage lang". Als Ergebnis der Medienberichte sei er "flächendeckend attackiert und in meinem Beruf und in meiner Ehre beschädigt worden", klagt Steger. Riess-Passer wies die Vorwürfe zurück: Von einer Medienkampagne könne "überhaupt keine Rede" sein. "Der Herr Steger ist für mich bedeutungslos", so die FP-Chefin Freitag Nachmittag.

"Ich stelle fest, dass Ihre Vorgangsweise ungeheuerlich ist", schreibt Steger an Riess-Passer. "Die gegen mich erhobenen Vorwürfe stimmen selbstverständlich nicht." Weiters kritisiert Steger, dass durch die Berichte seine Karriere als Rechtswantalt bedenkenlos gefährdet werde, "weil das in der FPÖ (wieder einmal) jemand so will. Nur weil Sie als umstrittene Parteiführerin über Leichen gehen, wenn es Ihnen opportun erscheint".

Keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Sein angeblicher Abgesandter habe offenbar "ohne mich zu fragen" bei Riess-Passer vorgesprochen, betont Steger: "Unter anständigen, zivilisierten Menschen hätte man (Ihr Büro) mich vor der Medienkampagne gefragt, ob ich wirklich dahinter stehe." Er selbst sei keinesfalls in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, versichert Steger.

An Riess-Passer lässt Steger kein gutes Haar: "Wie menschenverachtend muss eine Parteiführerin sein, die mehr als 14 Jahre nach seinem Abgang noch immer so herabsetzend gegen ihren Vorgänger agiert. Wie schwach muss sie in der Partei verankert sein, dass sie es nötig hat, einen Menschen, dem heute noch von anderen Parteien attestiert wird, ein guter Minister gewesen zu sein, so herabzusetzen." An die Vizekanzlerin appelliert Steger: "Verschonen Sie mich mit Ihren Intrigen. Halten Sie sich einfach aus meinen Angelegenheiten, die Nichts mit Ihrer Politik zu tun haben, heraus." (APA)

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