Londoner Euthanasie-Musterprozess findet statt

31. August 2001, 16:02
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Gelähmte Engländerin bringt Sterbewunsch vor Gericht

London - Eine todkranke Engländerin, die an allen Gliedmaßen gelähmt ist, hat einen ersten Erfolg bei ihren Bemühungen errungen, das Recht auf Euthanasie einklagen. Das Oberste Gericht in London entschied am Freitag, die Klage zuzulassen. Mitte August hatte der britische Generalstaatsanwalt das Gesuch Prettys unter Hinweis auf die geltenden Gesetze abgelehnt.

Euthanasie-Wunsch

Die 47-jährige Diane Pretty leidet laut Kathpress seit 1999 an einer degenerativen Nervenerkrankung. Sie will ihren Ehemann um Hilfe zum Selbstmord bitten, ohne dass dieser anschließend juristisch belangt werden kann. Die Kranke beruft sich dabei auf die Europäische Menschenrechtskonvention, die eine "inhumane und unwürdige Behandlung" verbiete. Pretty empfindet ihr Leben als "unwürdig und inhuman".

Sterbehilfe-Lobby

Der Prozess wird von der britischen Sterbehilfe-Lobby, insbesondere der "Voluntary Euthanasia Society", unterstützt. Da in angelsächsischen Ländern der Richterspruch oft gesetzesschöpferisch wirkt, gilt der Anlass als bedeutungsvoll. Die "Voluntary Euthanasia Society" wies darauf hin, dass die Kranke nicht nur für sich kämpfe, sondern für alle Menschen in einer ähnlichen Situation eine Gesetzesänderung erzwingen wolle.

Suicid ausgeschlossen

"Wir werden vor Gericht weiter streiten, und wir werden gegebenenfalls Berufung einlegen, denn meine Frau soll ihren letzten Wunsch erfüllt bekommen", sagte Ehemann Brian Pretty gegenüber der BBC. Auch die beiden erwachsenen Kinder unterstützten den Wunsch der Mutter nach Hilfe zum Selbstmord, da sie sich wegen ihrer Krankheit nicht selbst das Leben nehmen könne, "wie jeder andere Mensch". (APA)

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