Bemühungen um Treffen Peres-Arafat

31. August 2001, 14:59
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Treffpunkte entweder Erez-Kontrollpunkt an der Demarkationslinie oder Italien

Jerusalem/Ramallah - Die diplomatischen Bemühungen um eine Eindämmung der andauernden Gewalt in Nahost, aber auch um ein Treffen zwischen dem israelischen Außenminister shimon Peres und Palästinenserpräsident Yasser Arafat laufen auf Hochtouren. Israelische Medien berichteten am Freitag, Außenminister Peres werde in der kommenden Woche mit dem Berater des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, Osama el Bas, zusammenkommen. Dabei solle das Mitte des Monats durch Bemühungen des deutschen Außenministers Joschka Fischer vereinbarte Treffen Peres-Arafat vorbereitet werden. Nach Informationen des israelischen Fernsehens soll dieses Treffen nicht in Berlin, sondern am Erez-Kontrollpunkt zwischen Israel und dem Gaza-Streifen stattfinden.

Möglicher Treffpunkt Italien

Eine der Farnesina, dem italienischen Außenministerium nahestehende Quelle berichtete am Freitag, das Treffen Peres-Arafat könnte kommende Woche in Italien erfolgen. Zunächst würden die beiden Politiker informell in Cernobbio bei Mailand zusammen kommen, woran sich dann in Rom ein formelles Treffen anschließen würde. Peres soll in der Zeit von 7. bis 9. September an einer internationalen Wirtschaftskonferenz in Cernobbio teilnehmen, während die Teilnahme Arafats noch nicht bestätigt wurde.

Die israelische Zeitung "Haaretz" schrieb am Freitag, Peres strebe eine ganze Reihe von Treffen mit Arafat an. Dabei wolle er vor allem über eine Umsetzung der Waffenruhe, Einstellung der Hasspropaganda, Erleichterungen bei den Sanktionen gegen die Palästinenser sowie einen teilweisen Rückzug israelischer Truppen aus Palästinensergebieten sprechen. Die israelischen Erwartungen an einen Durchbruch bei den Gesprächen seien jedoch gering.

Gewalt flaute etwas ab

Am Freitag flaute die seit Tagen anhaltende Gewalt im Nahen Osten zunächst etwas ab. Die israelische Polizei nahm allerdings in der Nacht zum Freitag vier Palästinenser fest, die sie verdächtigte, zu einem bewaffneten Überfall in Jerusalem unterwegs zu sein. Der Rundfunk meldete, die Polizei habe am Morgen in Beth Khanina im Norden Jerusalems zwei Palästinenser festgenommen, die zu der "Terrorzelle" gehörten. Bereits Donnerstag Abend waren einer verdeckten Einheit in dem Bereich zwei schwer bewaffnete Palästinenser ins Netz gegangen.

Israel behält sich weiterhin das Recht vor, Palästinenser gezielt zu töten, die es für die Vorbereitung und Ausführung von Anschlägen verantwortlich hält. Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer sagte am Freitag, Arafat gehöre nicht zu den Zielen. "Ich werde einen Angriff auf Arafat nicht unterstützen", sagte Ben-Eliezer in einem Interview der Tageszeitung "Maariv". Er fügte hinzu: "Nicht weil Arafat nicht in Terror verwickelt ist, sondern weil ich nicht glaube, dass es (die Tötung Arafats) das Problem lösen würde." (APA/dpa/Reuters)

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