Kostunica gegen weitere Auslieferung von Jugoslawen an UNO-Tribunal

31. August 2001, 15:00
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Präsident will in Zukunft Prozesse in Jugoslawien stattfinden lassen

Belgrad - Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica hat die Auslieferung weiterer angeklagter Bürger des Landes an das UNO-Kriegsverbrechertribunal erneut abgelehnt. Dafür müsse es ein entsprechendes Bundesgesetz geben, sagte er am Freitag nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Beta. Gegen angeklagte Jugoslawen sollten Prozesse in Jugoslawien unter Teilnahme von Tribunal- Vertretern stattfinden, fügte er hinzu. Ex-Präsident Slobodan Milosevic war nach Meinung des Präsidenten im vergangenen Juni verfassungs- und gesetzwidrig an Den Haag überstellt worden.

Kritik übte Kostunica am öffentlichen Auftritt des wegen Kriegsverbrechen vom UNO-Tribunal angeklagten Armeeobersten Veselin Sljivancanin. Dies erschwere die internationale Position Jugoslawiens, aber auch die Lage des Offiziers selbst, sagte der Präsident. Sljivancanin, der für die Erschießung von 260 kroatischen Kriegsgefangenen und Zivilisten 1991 im ostkroatischen Vukovar verantwortlich sein soll, war in Vrsac nordöstlich von Belgrad vor mehr als 300 Anhängern aufgetreten. (APA/dpa)

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