Analyst: Kursabsturz wegen Rückgang bei liquiden Mittel

31. August 2001, 14:30
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"Wenn CyberTron noch einmal so viel Geld verbrennt, kann man sich ausrechnen, wann sie kein Cash mehr haben"

Wien - Für CA IB-Analyst, Alfred Reisenberger, liegt die Ursache für den Kurssturz bei CyberTron klar in der Frage der Finanzierung des weiteren Geschäftsverlaufs. Die liquiden Mittel des Unternehmens sind im zweiten Quartal von 10,3 auf 6,6 Mill. Euro zurückgegangen. "Wenn CyberTron noch einmal so viel Geld verbrennt, kann man sich ausrechnen, wann sie kein Cash mehr haben", sagte Reisenberger am Freitag.

Die Situation bei CyberTron sei insofern schwierig, als das Unternehmen auf einer dünnen Eigenkapitaldecke stehe. Laut Halbjahresbilanz hat sich das Eigenkapital von Jahresbeginn bis zur Jahresmitte 2001 von 39,9 auf 24,9 Mill. Euro verringert.

Ungeliebte Telekoms

Außerdem sei der alternative Telekommarkt weiterhin ein ungeliebtes Thema an den Börsen. CyberTron habe zwar mit dem US-Investor GEM Global Yield Fund ein Finanzierungsabkommen von 25 Mill. Euro (344 Mill. S) geschlossen, wonach sich GEM verpflichtet, auf Wunsch von CyberTron neue CyberTron-Aktien im Gesamtwert von 25 Mill. Euro zu zeichnen. Details dazu seien aber nicht bekannt. "Es wird aber sicher kein billiges Geld sein, das man da lukrieren kann", meint Reisenberger.

Das EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) habe sich zwar im Quartal weiter verbessert, nichts desto trotz sei es aber negativ. Der Umsatzrückgang im zweiten Quartal sei zwar nicht dramatisch gewesen, im Zusammenhang mit dem angestrebten Break-Even aber problematisch. Denn um in die Gewinnzone zu kommen, werde das Unternehmen wohl auch den Umsatz steigern müssen, so der Analyst.

Dass der Absturz der CyberTron-Aktie am Donnerstag und Freitag aber so heftig ausfiel, kommt auch für Reisenberger überraschend. Das Halbjahresergebnis habe nicht neues gebracht. Niemand habe erwartet, dass CyberTron "die Gelddruckmaschine erfindet". (APA)

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