Die Crossover-Meister

31. August 2001, 14:12
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Was Personalisten so unterschiedlicher Unternehmen wie Versicherung, Mineralölkonzern und NPOs voneinander lernen.

Sie investierten 18.500 € (254.566 S), 16 Wochenenden und begaben sich für eine ganze Woche zu Studienzwecken ins Ausland. Die vorzeigbare Rendite des Einsatzes ist ein Master of Advanced Studies. Sie, das sind die Absolventen des von PEF International Management School ins Leben gerufenen Lehrganges universitären Charakters "Internationale Personal- und Organisationsentwicklung". Wobei die Personalisten nicht nur von ihrem wissenschaftlichen Leitungsteam und den Consultants lernten, sondern auch voneinander: "Innerhalb des Lehrgangs ,winning teams‘ zu bilden ist eine Herausforderung - dabei auch innovative und gute Ergebnisse zu liefern, die andere", resümiert PEF-Geschäftsführer Stefan Götz.

Unterschiedliche Prioriäten

So bunt die Zusammensetzung der Teilnehmer, so unterschiedlich ihre Prioritäten: Galt es dem einen, innerhalb eines Jahres die Hälfte der 50-köpfigen Führungsmannschaft abzubauen, sah sich ein anderer damit konfrontiert, dass bis zum Jahr 2004 hundert Führungskräfte in seinem Unternehmen das Pensionsalter erreichen würden.

Bewältigung eines dynamischen Wandels

Als allen gemeinsame Themen kristallisierten sich die Bewältigung eines dynamischen Wandels, die strategische Personalentwicklung sowie die Karriere- und Nachfolgeplanung heraus. Etwa von einem technisch sehrkompetenten Monopolisten zum konkurrenzfähigen Mitbewerber im Umfeld der Globalisierung und Liberalisierung. "Bei der Nachfolgeplanung setzen wir verstärkt auf bereichsübergreifende Karriereverläufe", erläutert Liselotte Dottolo, Mitarbeiterin der Abteilung Konzernpersonal, PE und Ausbildung bei der OMV.

Verein für Bewährungshilfe

Maria Pirker, Leiterin der Personalentwicklung des Vereins für Bewährungshilfe und soziale Arbeit ist für 650 Mitarbeiter zuständig, die Sozialarbeit im Bereich Strafjustiz leisten: "Wir sind gerade dabei, die Gesamtorganisation umzustrukturieren." Budgetkürzungen stünden auf der einen Seite, das Bestreben, die Professionalität und Qualität der Arbeit zu steigern, auf der anderen. Seit dem EU-Beitritt steht die Institution in einem Wettbewerb. Es gilt, individuelle Instrumente und betriebswirtschaftliches Know-how zu harmonisieren.

Wiener Städtischen Versicherung

Wolfgang Klösch, oberster Personalentwickler der Wiener Städtischen Versicherung, sieht eine wichtige Aufgabe seiner Abteilung in der Unterstützung der Tochterunternehmen in Zentraleuropa, die 20 Prozent des Wachstums generieren. Hier gelte es den Human Resources Managern bei den Auswahlverfahren für zukünftige Führungskräfte behilflich zu sein. "Eine völlig neue Situation für die Wiener Städtische, die bis vor einigen Jahren nicht im Ausland tätig war", so Klösch.

Während Dottolo aus dem Lernen in der Gruppe vor allem einen Überblick über den neuesten Stand der Personalentwicklung gewonnen hat, sieht Pirker die Rendite in der Crossover-Perspektive: "Der Einblick in die verschiedenen Unternehmen ermöglicht eine eigene Standortbestimmung." (DER STANDARD, Print-Ausgabe)

Von Johanna Zugmann
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