Iranische Justiz erhebt schwerste Vorwürfe gegen Filmregisseurin

31. August 2001, 14:04
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Mit ihrem jüngstem Film habe sie "Kampf gegen Gott" propagiert

Teheran - Die iranische Justiz erhebt gegen die verhaftete Filmregisseurin Tahmineh Milani schwerste Vorwürfe. Das Revolutionsgericht, das für Verstöße gegen die nationale Sicherheit zuständig ist, werfe Milani "Moharabeh" (Krieg gegen Gott) vor, meldete am Freitag die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. In ihrem jüngsten Film "Die versteckte Hälfte" habe sie "konterrevolutionäre Grüppchen" unterstützt und sich damit indirekt hinter den Kampf gegen Gott gestellt. "Moharabeh" ist vom iranischen Gesetz mit der Todesstrafe bedroht.

Milani (41) sitzt seit Montag in Haft. "Sie hat die Kunst als Werkzeug für Aktionen missbraucht, die nach dem Geschmack konterrevolutionärer Grüppchen sind", heißt es in einer Erklärung des Revolutionsgerichts. "Die versteckte Hälfte" ist eine Liebesgeschichte über eine verheiratete Frau, die sich an ihre Romanze mit einem linksgerichteten Rebellen in den politisch unruhigen frühen 80er Jahren erinnert. Milanis Festnahme erfolgte, nachdem sie in einem Interview mit einer reform-orientierten Zeitung die Unterdrückung der iranischen Linken vor und nach der islamischen Revolution von 1979 kritisiert hatte. (APA/dpa)

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