Erzbischof Milingo muss Buße tun und darf keine Messe lesen

31. August 2001, 16:57
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Auch Bischof Krenn äußert sich: Hätte den "sonderbaren Mensch" nicht so schnell pardoniert

Rom/Wien - Erzbischof Emmanuel Milingo muss trotz der Trennung von seiner Kurzzeit-Ehefrau Maria Sung und der Rückkehr in den Schoß der Kirche noch schwere Buße tun. Der Vatikan werde den 71-jährigen Milingo dafür bestrafen, dass er durch sein Verhalten dem Ansehen der Kirche schweren Schaden zugefügt habe, berichteten italienische Zeitungen am Freitag. Zunächst dürfe er mindestens ein Jahr lang nicht wie alle anderen katholischen Priester die Messe lesen.

Außerdem werde er sich in ein abgelegenes Kloster zurückziehen müssen und dort täglich bestimmte Gebete sprechen, hieß es. Auch die 43-jährige Maria Sung setzt auf innere Einkehr: Milingo habe ihr beim Abschiedstreffen am Mittwoch in Rom empfohlen, für einige Zeit in ein Kloster zu gehen, sagte die Anhängerin der Moon-Sekte. Sie hatte den Erzbischof im Mai in New York geheiratet.

Krenn: nicht sehr gescheit gelöst

Auch der St. Pöltener Bischof Kurt Krenn hat am Freitag zum Fall Milingo Stellung genommen. Laut Kathpress erklärte Krenn, mit Erzbischof Milingo müsse man "mit größter Reserve" umgehen. Er sei ein "sonderbarer Mensch", den er, Krenn, nicht so schnell pardoniert hätte, weil dieser wissen müsse, was er tue. Es sei nicht sehr gescheit gewesen, wie man den Fall zu lösen versucht habe. Er hätte ihn nicht empfangen, sondern ihn erst einmal bekehren lassen.

Krenn fügte hinzu, einmal hbe er ihn gesehen. Man müsse aber auch ihm helfen und den Leuten, wobei er mehr an jene Leute denke, die ihm oft blind nachgefolgt seien. Von dem "dummen Hin- und Hergerede, dass er und auch Frau Sung unter Drogen gestanden seien" halte er nichts. Jetzt versuche man alles zu einer gewissen Form von Krankheit zu machen. Der kranke Mensch habe keine Schuld. Aber der freie Mensch begehe auch Sünde und lade Schuld auf sich - was man auch in diesem Fall klar sehen müsse, so Krenn. (APA/dpa)

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