"Cowboys" verstärken Tele.ring

31. August 2001, 18:58
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Western Wireless steigt bei Handytochter auf Kostenbremse

Wien - Western Wireless (WWI) seit Ende Juni im Vollbesitz des Handyfunkers Tele.ring, hat den Tele.ring-Vorstand runderneuert: die Amerikanerin Gina Haggarty als Finanzvorstand (statt Klaus Lechner), den Australier Mike Goss (51) als Technikvorstand (statt Bernd Vollnhofer) und den Vertriebs- und Marketingprofi Jan Remmelg (41) aus Schweden. Das "stabile Element" in der international zusammengewürfelten Truppe ist Hartmut Kremling, der bereits bei den Tele.ring-Vorbesitzern Mannesmann und Vodafone als Vorstandsvorsitzenden fungierte.

Die Ausrichtung ist eindeutig: Die Marketing- und Vertriebsaktivitäten sollen intensiviert werden, um sich besser zu positionieren. Auch an der Kostenschraube will Kremling weiter drehen. Mehr als die bereits angekündigten 95 Mitarbeiter sollen jedoch nicht freigesetzt werden, sagte der oberste Tele.ringer am Freitag.

Umsatzsteigerung

Mit dem ersten Halbjahr 2001 ist Kremling zufrieden, der Umsatz sei auf 1,1 Milliarden Schilling (79,9 Millionen Euro) geklettert, im gesamten Jahr 2000 waren es 1,05 Mrd. S gewesen. Die Zahl der Mobilkunden stieg bis Ende August auf 260.000.

Dürftige Informationen gibt es zur Zukunft von Tele.ring selbst. Wie berichtet, wurde im Kaufvertrag zwischen WWI und Vodafone fixiert, dass bis Oktober eine endgültige Entscheidung über die Fortführung von Tele.ring gefällt wird.

Ungewiss ist auch, ob Tele.ring ein UMTS-Netz bauen wird, denn WWI hat bis Ende 2002 lediglich eine Option auf die seinerzeit von der deutschen Tele.ring-Schwester Mannesmann 3G ersteigerte UMTS-Lizenz in Österreich. Man könnte bei UMTS-Diensten aber auch mit einem Mitbewerber kooperieren, was viele Milliarden für den Netzbau sparen würde. (ung, DER STANDARD, Printausgabe 1.9.2001)

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