"tele.ring wird weitergeführt"

31. August 2001, 13:00
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Umbauarbeiten im Managment - Kremling sieht UMTS-Massenmarkt erst 2004

Der seit Ende Juni zu 100 Prozent in Besitz des US-Konzerns Western Wireless International (WWI) stehende Festnetz-, Internet- und Mobilfunkanbieter tele.ring hat im ersten Halbjahr 2001 einen Umsatz von 1,1 Mrd. S (79,9 Mill. Euro) erwirtschaftet, im zweiten Halbjahr seien weitere Steigerungen zu erwarten, sagte tele.ring-Geschäftsführer Hartmut Kremling am Freitag vor Journalisten. Im Jahr 2000 - tele.ring ist im Mai 2000 als Handybetreiber gestartet - wurden 1,05 Mrd. S Umsatz erzielt. Indes hat der neue Eigentümer WWI einen neuen Finanz- und Technikvorstand sowie einen Leiter des neu gegründeten Kundenservice-Bereichs in die Österreich-Tochter entsandt.

95 Mitarbeiter

tele.ring habe durch den Eigentümerwechsel seine Position am österreichischen Markt gestärkt, betonte Kremling. Zum im Kaufvertrag von WWI und dem vorherigen Eigentümer Vodafone fixierten Stichtag vom 1. Oktober 2001, bis zu dem eine endgültige Entscheidung über die Fortführung von tele.ring fallen soll, meinte Kremling: "Ich gehe davon aus, dass wird dieses Geschäft weiter fortsetzen werden". Beim angekündigten Personalabbau, der eine Kostenreduktion bringen soll, werde man "unter den kommunizierten 95 Mitarbeitern" bleiben. Wann tele.ring schwarzen Zahlen schreiben will, wollte Kremling nicht verraten: "Wir überarbeiten mit unserem neuen Eigentümer gerade die Business-Pläne".

Partnersuche

Über Kooperationen beim Aufbau des Netzes für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) spreche tele.ring derzeit "mit einer Reihe von Anbietern", u.a. mit der Telefonica, so Kremling: "Ich bin überzeugt, dass sich zwar 6 verschiedene UMTS-Marken, nicht aber 6 voneinander unabhängige Netzinfrastrukturen rechnen werden". tele.ring hat allerdings selbst noch keine UMTS-Lizenz, sondern eine Option auf die UMTS-Lizenz der Schwesterfirma Mannesmann 3 G mobile, die im November 2000 eine der sechs österreichischen UMTS-Lizenzen ersteigert hat. Ob tele.ring diese Option, die bis Ende 2002 gezogen werden kann, nützen oder UMTS-Dienste über eine Kooperation mit einem anderen UMTS-Lizenzinhaber anbieten werde, ließ Kremling offen.

UMTS-Massenmarkt erst 2004

Mit einem Massenmarkt bei UMTS sei allerdings erst 2004 zu rechnen, ist Kremling überzeugt. Anfang 2002 würden die ersten UMTS-Basisstationen lieferbar sein, Endgeräte in ausreichender Stückzahl aber erst Ende 2003. Die Einführung von UMTS werde sich ähnlich wie bei GPRS damit verzögern, so Kremling. Daher will tele.ring mit dem UMTS-Netzausbau, der in einem halben bis einem Jahr zu schaffen sei, erst starten, wenn es abschätzbar sei, dass auch ein Markt dafür da sei.

Ziele

tele.ring will bis Jahresende 2001 auf 300.000 Mobiltelefonierer, 320.000 Festnetztelefonierer und 120.000 Internetkunden kommen. Bis Ende Juni hatte das Unternehmen 230.000 Mobilfunk-, 170.000 Festnetz- und 50.000 Internet-Kunden. Im Juli kamen weitere 30.000 Mobiltelefonierer dazu. Mehr als die Hälfte der tele.ring-Mobilfunkkunden haben von einem anderen Betreiber zu tele.ring gewechselt: "Die Wechselbereitschaft ist nach wie vor da", so Kremling. Die Netzabdeckung liege derzeit bei 94 Prozent, bis Jahresende sollen weitere 500 Handystationen dazukommen.

Vom Weihnachtsgeschäft erwartet sich Kremling u.a. durch die jetzt verfügbaren GPRS-Handys (General Packet Radio System) einen "Durchbruch bei den Datendiensten". Damit sollen die Kunden auf UMTS vorbereitet werden. GPRS kann allerdings derzeit noch nicht im Ausland genutzt werden. "Wir arbeiten intensiv daran, Datendienste über Roaming auch im Ausland nutzbar zu machen", so Kremling.

Umbauarbeiten

tele.ring hat durch die Entsendung langjähriger WWI-Mitarbeiter nun ein internationales Team an Deck: Die Amerikanerin Gina Haggarty hat Klaus Lechner als Finanzvorstand abgelöst, der Australier Mike Goss (51) ist auf Bernd Vollnhofer als Technikvorstand gefolgt. Leiter des neu gegründeten Kundenservicebereichs ist der Schwede Jan Remmelg (41). Kremling dazu: "Wir wollen künftig die Kundenbetreuung deutlich verbessern". Vollnhofer und Lechner seien künftig weiterhin beratend für tele.ring tätig, Vollnhofer gehe aber mit Jahresende in Pension. (APA)

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