Potenziale und Grenzen der Brennstoffzelle

31. August 2001, 12:35
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Grazer Fachtagung zieht ExpertInnen aus der ganzen Welt an

Graz - Die Brennstoffzelle als Ersatz des Verbrennungsmotors steht im Zentrum der kommenden Tagung "Motor und Umwelt" des Grazer Motorenentwicklers AVL List Gmbh. "Verbrennungsmotor versus Brennstoffzelle - Potenziale und Grenzen für den Automobilantrieb" lautet das Thema, zu dem Experten aus der Automobilindustrie, Wissenschaft und Politik referieren werden. Rund 400 Fachleute aus aller Welt haben sich zu der vom 6. bis 7. September im Grazer Congress laufenden Veranstaltung angemeldet.

Um die Brennstoffzelle als Energieumwandler für den Fahrzeugbetrieb einsetzbar zu machen, wurden in den vergangenen zehn Jahren weltweit umfangreiche Geldmittel aufgewandt. "Das Potenzial eines hohen Teillastwirkungsgrades, verbunden mit weitgehender Schadstofffreiheit zumindest beim Fahrzeug selbst, verspricht eine grundsätzliche Attraktivität für den Pkw-Einsatz", so der Vorsitzende der AVL-Geschäftsführung, Helmut List. Hinzu komme, dass der elektrische Antrieb mit der Brennstoffzelle auch neue Gestaltungsmöglichkeiten für das Automobil erlauben könnte. "Die technologischen und wirtschaftlichen Hürden, die zu überwinden sind, erscheinen allerdings immer noch sehr hoch", schränkt der Grazer Motorenexperte ein.

Dem gegenüber hat sich der Verbrennungsmotor als Automobilantrieb schon seit über 100 Jahren bewährt. Mehr denn je wird er sich jedoch in Zukunft den Herausforderungen zu stellen haben, die an ihn vom Gesetzgeber und den Kunden herangetragen werden. Dazu gehören vor allem eine deutliche Senkung bei der CO2 -Emission und die Realisierung eines praktisch schadstofffreien Betriebes. Letzteres ist insbesondere beim Dieselmotor eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Auch die Herstellungskosten, die trotz steigender Komplexität gesenkt werden sollen, bereiten den Motorenbauern Kopfzerbrechen.

Auf der Grazer Tagung sollen die Potenziale und heute erkennbaren Grenzen beider Systeme gegenübergestellt werden. Damit will man der Industrie entgegenkommen, für die ja eine möglichst realistische Beurteilung im Hinblick auf die gegebenenfalls erforderlichen Umstrukturierungsmaßnahmen von Bedeutung ist. Für Helmut List ist der Verbrennungsmotor auf alle Fälle "bei weitem noch nicht" an seinen physikalischen Grenzen angelangt. "Neue Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass mittel- und langfristig beachtliche Fortschritte hinsichtlich Emissionen, Verbrauch und Leistungsdichte zu erzielen sein werden", so der AVL-Frontmann zuversichtlich. (APA)

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