"Euro für Betrüger attraktiv"

31. August 2001, 13:15
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OeBS-Färber: Wissen über Euro-Sicherheitsmerkmale schützt vor Fälschungen

Wien - Für ein Vertrautmachen mit dem Aussehen und den Sicherheitsmerkmalen der Euro-Banknoten plädierten der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, und der Geschäftsführer der Oesterreichischen Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS), Wolfgang Färber, bei der erstmaligen Präsentation der Euro-Banknoten in Wien. "Die Sicherheitsmerkmale nutzen nichts, wenn man das neue Geld nicht genau kennt", erklärte Färber am Freitag.

"Der Euro hat einen sehr hohen Sicherheitsstandard", versicherte Färber. "Weltweit ist er der Beste und wurde am letzten Stand der Technik entwickelt." Deswegen wolle die OeNB der Bevölkerung "nicht zu früh, aber rechtzeitig" das Aussehen der Scheine und Münzen zeigen. "Was nutzt die beste Ausstattung, wenn der Benutzer nicht darüber Bescheid weiß", sagte Färber. Denn der Euro sei für die Fälscher auf Grund seiner weiten Verbreitung eine sehr attraktive Währung.

"Wenn Sie am 1. Jänner 2002 die ersten Euro in den Händen halten, dann nehmen Sie sich Zeit und sehen sie sich die Banknoten und Münzen ganz genau an", appellierte der OeBS-Geschäftsführer. In jeder Bank werden ab nun Beschreibungen für die neue Währung aufgelegt. "Machen Sie sich anhand dieser Beschreibungen mit dem Euro vertraut. Sonst nutzt die hohe Sicherheit gar nichts", sagte der Experte.

Dreifachtest

"Ab 1. Jänner heißt es dann auch für die Österreicher 'sehen, fühlen und kippen'. Denn das ist der Dreifachtest für die Euro-Banknoten", führte OeNB-Gouverneur Liebscher aus. Die sieben Banknoten weisen eine Reihe von Sicherheitsmerkmalen auf: Hologramme, Wasserzeichen, Sicherheitsfäden, optisch variable Farbe und Iriodinstreifen. Auch bei den Münzen wurde auf den Schutz vor Fälschungen geachtet.

Die Sicherheitsmerkmale wurden sowohl mit Merkmalen, die bereits in den Banknoten der nationalen Währungen des Eurogebiets enthalten sind, als auch mit solchen, die eigens für die Euro-Banknoten entwickelt wurden, kombiniert. Diese sollen es der Bevölkerung ermöglichen, die Echtheit des Geldes problemlos festzustellen.

Die Sicherheitsmerkmale auf den 50-, 100-, 200- und 500-Euro-Banknoten unterscheiden sich in zwei Bereichen von den anderen kleineren Geldscheinen. Während das Fühlen und Sehen identisch ist, gibt es Unterschiede, wenn der Geldschein gekippt wird. Hier erscheint in einem Spezialfolienelement ein Hologramm, das je nach Betrachtungswinkel das jeweilige Architekturmotiv oder die Wertzahl zeigt. Außerdem wechselt beim Kippen der Banknote die Farbe der großen Wertzahl rechts unten von Purpurrot zu Olivgrün oder Braun. (APA)

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