DOS-Spitzenfunktionär fordert Rücktritt des serbischen Innenministers

31. August 2001, 12:25
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Kostunica-Partei DSS würde sich wieder an der Regierung beteiligen

Belgrad - Der DOS-Spitzenfunktionär und Führer der kleinen Partei "Neues Serbien", Velimir Ilic, hat den Rücktritt des serbischen Innenministers Dusan Mihajlovic gefordert. Die Demokratische Partei Serbiens (DSS) des jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica würde sich an der serbischen Regierung erneut beteiligen, würde Mihajlovic zurücktreten, meinte Ilic gegenüber der Tageszeitung "Blic" (Freitag-Ausgabe). Ilic ist für seine engen Kontakte zur Partei von Kostunica bekannt, die in den letzten Tagen die Arbeit des Innenministers kritisiert hatte.

Die Krise innerhalb des serbischen Regierungsbündnisses, welche die achtzehn DOS-Führer vergangenen Mittwoch erfolglos zu bewältigen versucht hatten, erfährt durch die Forderung von Ilic, der demnächst einer der serbischen stellvertretenden Ministerpräsidenten werden soll, eine Verschärfung.

DOS kämpft mit Popularitätseinbussen

Eine Meinungsumfrage, deren Ergebnisse am Freitag die Wochenzeitschrift "NIN" veröffentlichte, zeigt auf, dass die anhaltende Krise im Regierungsbündnis Serbiens seinen Führern Popularitätseinbussen brachte. So stehen hinter dem jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica, der noch im April 86 Prozent der Anhänger hatte, nur mehr 65,3 Prozent der Bevölkerung Serbiens. Auch der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic musste Popularitätseinbussen hinnehmen.

Dem Autor der Meinungsumfrage zufolge hat die Opposition keinen Politiker mit einigermassen positiven Ruf. Es sei kaum denkbar, dass jemand in der absehbarer Zukunft die DOS-Führung gefährden könnte, meint Bogosavljevic.

Goati: Regierungsbündnis praktisch zerfallen

Nach Ansicht des politischen Beobachters Vladimir Goati ist das Regierungsbündnis durch die Entscheidung der DSS zum Auszug aus der Regierung vor zwei Wochen praktisch zerfallen. Angesichts des Kräfteverhältnisses im serbische Parlament kann die DSS nach Ansicht von Goati nicht einmal mit Hilfe der Opposition (den früheren Regimeparteien) vorgezogene Wahlen erzwingen. (APA)

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