Postämter: Gemeinden könnten Dienstleistungen übernehmen

31. August 2001, 11:16
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Pramböck: Flächendeckende Versorgung aber weiterhin Sache der Post

Wien - Bei der Suche nach geeigneten Postpartnern bringen sich nun auch die Gemeinden und Städte ins Spiel. Städtebund-Generalsekretär Erich Pramböck erklärte im Gespräch mit der APA am Freitag, die Gemeinden könnten Dienstleistungen übernehmen. Die Post plant die Schließung von 700 der derzeit 2.300 Postämter. Insgesamt will man bis zu 20 Prozent der bestehenden Postämter durch Post-Partnerschaften ersetzen. Dass man dabei auch Gemeindeämter einbinde, sei geplant, betonte die Post.

Provision

Ein Postpartner muss bei der Übernahme eines geschlossenen Amtes mit Anfangsinvestitionen von 100.000 S rechnen. "Das müsste der neue Partner selbst aufbringen", so Pramböck. Danach sei die Post bereit, "gewissermaßen eine Provision für die laufenden Geschäfte zu zahlen". Laut Post erhält der Postpartner erhält 2,5 S (0,18 Euro) pro Brief und 12 S pro Paket.

Was die Gemeinden betrifft, dürften sich diese jedenfalls "keine Dauerlast aufhalsen". Es sei in erster Linie Aufgabe der Post, eine flächendeckende Versorgung sicher zu stellen, nicht die Aufgabe der Gemeinden.

Umsatzsteigerung

Derzeit gibt es drei Post-Partner, bis Ende des Jahres sollen es 15 bis 20 sein. Laut dem Leiter des Schalterservices bei der Post, Heinz Frühauf, profitiert davon nicht nur die Post, sondern auch der Greißler. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass sich bei jenen Geschäften der Umsatz um rund 10 Prozent erhöht habe. Dennoch komme für das Konzept nicht jeder in Frage. Die Post prüfe daher jeden Interessenten genau, um ihn - auf Grund beispielsweise einer zu niedrigen Kundenfrequenz - mit der Postpartnerschaft nicht in den Ruin zu treiben.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), mit der die Post bei diesem Konzept kooperiert, sieht für das Post-Partner-Konzept von österreichweit 10.000 Lebensmittelhändlern und Tankstellen und berichtet, dass bereits 100 Unternehmen ihr Interesse angemeldet hätten. (APA)

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