Kurssturz nach Halbjahreszahlen

31. August 2001, 15:00
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Ergebnis unter den Erwartungen - Aktie verliert über 20 Prozent

Wien - Der börsenotierte Wiener Telekombetreiber CyberTron hat sich nach kräftigen Verlusten im vergangenen Jahr im ersten Halbjahr 2001 leicht erholt. Nachdem sich das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) im Jahr 2000 noch um knapp 50 Prozent von minus 12,46 Mill. Euro auf minus 17,75 Mill. Euro (244 Mill. S) verschlechtert hatte, erreichte Cybertron in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eine Verringerung des EBITDA-Verlusts gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 63 Prozent auf 2,9 Mill. Euro.

Umsatz stieg auf 36,4 Millionen Euro

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verschlechterte sich im ersten Halbjahr von minus 10,9 auf 14,5 Mill. Euro. Der Umsatz des Unternehmens hat sich im ersten Halbjahr von 29,7 auf 36,4 Mill. Euro erhöht. Im zweiten Quartal sind die Erlöse jedoch gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres um 10 Prozent auf 17,3 Mill. Euro zurückgegangen.

Aktie bricht ein

Dennoch dürfte sich das Unternehmen mit diesem Ergebnis unter den Erwartungen des Marktes bewegen. Der Kurs der Cybertron-Aktie brach nach Veröffentlichung der Zahlen um fast ein Viertel auf das neue Rekordtief von 2,0 Euro ein. Bereits am Donnerstag hatte die Aktie fast 15 Prozent an Wert verloren. Begeben worden waren CyberTron im Spätherbst 1999 mit 11 Euro. Ihr historisches Hoch hatte die Aktie im März 2000 mit 104,66 Euro (auf Schlusskursbasis) erreicht.

Bei Cybertron konnte man sich den Kursverlust am Freitag nicht erklären. Vorstandssprecher Christian Forstner, man sei auf dem besten Wege, tatsächlich Geld zu verdienen. Ziel sei es, bereits im September den operative Break-Even auf Monatsbasis zu erreichen. Dass die Rationalisierungsmaßnahmen nicht über Nacht greifen konnten, sei klar gewesen. Im dritten Quartal würden sie aber voll ergebniswirksam, sagte Forstner. Im ersten Halbjahr hat Cybertron die operative Umsatzrendite (EBITDA/Umsatz) von minus 26 Prozent auf minus 8 Prozent - nach eigenen Worten - "signifikant" verbessert. "Wir können nur schauen, dass wir das Unternehmen profitabel machen und das tun wir auch", so Forstner. Dass der Kurs dennoch in Keller gesackt ist, liegt nach Ansicht des Cybertron-Vorstand möglicherweise daran, dass es auf Grund des derzeitigen Börsenumfeld im Moment keine Käufer für Telekom-Werte gebe. Der Kurs von 2 Euro liege auf jeden Fall sogar unter dem Asset-Wert von Cybertron, der laut Forstner rein rechnerisch 2,78 Euro je Aktie beträgt.

Restrukturierung

Mit der Restrukturierung reduzieren will Cybertron sowohl Personal-, als auch Einkuafs- und Verwaltungskosten: Die Mitte Juni angekündigten Personalmaßnahmen seien bereits zum größten Teil durchgeführt und würden die Personalkosten von 3,7 Mill. Euro im zweiten Quartal um mehr als ein Drittel im vierten Quartal senken. 150 von ursprünglich 382 Mitarbeitern (Stand Ende März) sollen das Unternehmen verlassen. Die Einkaufs- und Verwaltungskosten sollen bis Ende des Jahres um ein Viertel reduziert werden.

Cybertron bietet seit 1996 Datendienste und seit 1998 Sprachdienste am österreichischen Telekom-Markt an. Mit 70,1 Mill. Euro Umsatz im Jahr 2000 ist das Unternehmen nach eigenen Angaben der zweitgrößte alternative Telekomcarrier der Alpenrepublik. Mit Stand 30. Juni verfügt das Unternehmen über kurzfristige Verbindlichkeiten von 36,5 Mill. Euro - nach 41,8 Mill. Euro zum Jahresende 2000 - und über ein kurzfristiges Vermögen von 28,1 Mill. Euro (31.12.2000: 30,7 Mill. Euro). (APA)

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