Kofi Annan beharrt auf FAO-Gipfel in Rom

31. August 2001, 14:46
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Italienische Regierung weigert sich - Europaminister Buttiglione: "Rom ist bereits von den Barbaren verwüstet worden"

Rom - UNO-Generalsekretär Kofi Annan ist der Ansicht, dass der Gipfel der Welternährungsorganisation FAO wie geplant im November im Hauptquartier der Organisation in Romin Rom stattfinden sollte. Medienberichten vom Freitag zufolge bestätigte Annan auch seine Beteiligung an dem Treffen, an dem 180 Regierungs- und Staatschefs teilnehmen sollten.

Die Worte Annans sind ein harter Schlag für den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi, der nach den schweren Krawallen beim G-8-Gipfel in Genua im Juli für eine zeitliche Verschiebung oder eine Verlegung des Treffens in ein Dritte-Welt-Land plädiert hatte. Berlusconi befürchtet einen neuen Ansturm von Globalisierungsgegnern in Rom, die die Stadt wie bereits Genua verwüsten könnten. Der Ende September geplante Gipfel der NATO-Außenminister in Neapel soll laut Berlusconi allerdings wie geplant stattfinden. Das Treffen solle allerdings nicht in der Vesuvstadt, sondern in einem abgesperrten Militärgelände in Pozzuoli außerhalb Neapels organisiert werden.

Italien: FAO-Gipfel nicht in Rom

Der Gipfel der Weltnährungsorganisation FAO wird nicht in Rom stattfinden. Dies bekundete der italienische Europaminister Rocco Buttiglione am Ende der ersten Sitzung des Ministerrats nach der Sommerpause am Freitag. Buttiglione erklärte, dass der Gipfel in einer anderen italienischen Ortschaft organisiert werden könnte, sollte eine Verlegung des Treffens in die Hauptstadt eines Dritte-Welt-Land nicht möglich sein. Rom, das Hauptquartier der FAO, könne aus Sicherheitsgründen für den Gipfel nicht in Frage kommen.

Buttiglione erklärte, dass sich die Regierung bemühen werde, einen anderen Sitz für den Gipfel zu finden. Die Insel Ischia bei Neapel wäre seiner Ansicht eine Möglichkeit. Rom sei aber ausgeschlossen. "Rom ist bereits von den Barbaren verwüstet worden und wir wollen keineswegs einen neuen Barbarenansturm fördern. Wir können den Gipfel in einer Umgebung organisieren, die für die Sicherheit der Bevölkerung und den friedlichen Verlauf des Treffens geeigneter ist", sagte Buttiglione. (APA)

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