Japan will Yen-Kurs mit Hilfe der G-7 stabilisieren

31. August 2001, 10:43
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Finanzminister Shiokawa sucht internationale Hilfe wegen Stärke des Yen, die durch Wirtschaftsdaten nicht gerechtfertigt ist

Tokio - Wegen des rapiden Kursverfalls des Dollar zum Yen sucht Japan nach den Worten des japanischen Finanzministers Masajuro Shiokawa Unterstützung bei den G-7-Ländern. Marktinterventionen könnten notwendig werden, wenn sich die Kurse der Währungen zu schnell bewegten, sagte Shiokawa in Tokio. "Wir möchten die Kurse mit Hilfe internationaler Kooperation stabilisieren", sagte Shiokawa.

Kontaktaufnahme mit G-7 erfolgt

Der Vize-Finanzminister Haruhiko Kuroda sei daher mit den G-7-Staaten in Kontakt getreten. Auf die Frage, ob "internationale Kooperation" Stützungskäufe im Devisenmarkt bedeute, sagte Shiokawa: "Dafür gibt es Bedarf, sollte sich die Situation zu schnell verschlimmern." Der Dollar fiel am Freitag im frühen Fernosthandel erstmals seit Anfang Juni unter 119 Yen.

Interventionen in den Devisenmarkt

Kuroda sagte, dass ein Drehen der Devisenkurse "seltsam und unerwünscht" sei. Er bekräftigte, dass die jüngste Entwicklung des Yen angesichts der Fundamentaldaten des Landes nicht angemessen sei. Die Regierung würde in den Devisenmarkt eingreifen, sollten sich schnelle Kursbewegungen zeigen.

Starker Yen schwächt Export

Ein starker Yen wird an den Märkten als schädlich für die Konjunktur angesehen, da er die Wettbewerbsfähigkeit bei den Exporten schwächt, während sich die Importe verbilligen. Als Folge daraus könne sich die Deflation weiter verschärfen. Nach Angaben der japanischen Regierung fielen die Verbraucherpreise in Japan zum 22. Mal in Folge. Der nationale Verbraucherpreisindex sei in der Kernrate im Juli um 0,9 Prozent zum Vorjahresmonat und um 0,2 Prozent zum Vormonat gesunken.

Gegen 8.30 Uhr kostete ein Dollar 118,94/01 Yen, nachdem er zuvor bis auf 118,71 Yen gefallen war. (APA/Reuters)

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