Fun-Mobile für Reiter

31. August 2001, 10:43
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Funktionell und witzig sind die fahrbaren Untersätze, die vermehrt in Reitställen und auf Turnieren im Einsatz stehen – oder besser fahren: Scooter, Quads und Co. geben sich die Ehre. erschienen in Pferderevue 8/2001, S. 8–10

An einem Turnierwochenende legt ReiterIn bekanntlich nicht nur hoch zu Roß, sondern auch per pedes etliche Kilometer zurück – zwischen Stall, Abreiteplatz und Turnierviereck, zwischen Meldestelle und Buffetzelt oder bei mehrmaligen Geländebegehungen. Kein Wunder also, daß kleine, zusammenklappbare und leicht transportable Gefährte immer häufiger auf großen und kleinen Events anzutreffen sind. Doch Scooter, Flyer, Quad und Co. sparen nicht nur Zeit und Energie, sondern machen auch Spaß. Und da Reiter bekanntlich ein lustiges Völkchen sind, darf letzterer natürlich nicht zu kurz kommen. Auf der nach oben offenen Fit & Fun-Skala sind es besonders vier Fahrzeug-Gruppen, die für Reiter interessant erscheinen, nämlich ATVs (All Terrain Vehicles oder Quads), Mini-Motorräder, Scooter und Elektro-Räder. Sie alle sind vielseitig einsetzbar, einfach zu bedienen und anspruchslos.

Scooter
Beginnen wir mit Blatino, einem Scooter, auf dem man stehen und – was entschieden bequemer ist – auch gefedert sitzen kann. Was den kleinen Kerl so sympathisch macht, sind seine Handlichkeit und sein geringes Gewicht von nur 15 kg. Er läßt sich mit zwei Handgriffen zusammenklappen und problemlos in jeden Kofferraum hieven – es gibt sogar eine eigene Umhängetasche, in die Blatino gepackt werden kann. Der Blatino ist gut ausgestattet (Lichtanlage, Scheibenbremsen etc.) und mit seinem 1,9 PS-Zweitakter auch ausreichend kräftig für kleine Anstiege. Blatinos unmittelbare Konkurrenten heißen Charly, City-bug und 6 Punkt 8. Charly ist ein elektrischer Miniroller mit kräftigem 750-Watt-Motor, der es mit einer als Extra erhältlichen Zusatzbatterie auf eine Reichweite von 20 km bringt und der immerhin 20 km/h schnell ist. Nachteil ist sein relativ hohes Gewicht von 42 kg. Der neue, federleichte City-bug ist in zusammengefaltetem Zustand der kleinste und leichteste (21 kg) unter den Elektrorollern. 6 Punkt 8 ist die italienische Ausgabe unter den Flitzern und ein echter Glückstreffer. FX1 und Scoomo sind zwei sattellose Scooter-Varianten. Diese zu fahren erinnert an die Tretroller von anno dazumals – zwar mit deutlich angehobenem Fun-Faktor im Vergleich zu einst, aber doch ohne den auf der homepage angekündigten "neuen Thrill".

Elektro-Fahrräder
Mehr eigener Muskelkraft, insbesondere der Beinmuskulatur (bei Reitern ja häufig anzutreffen), bedarf es hingegen beim Elektrofahrrad. Das endgültigste Modell nennt sich Flyer und ist in der Schweiz bereits ein Verkaufshit mit Kult-Status. Mit dem vollgefederten Flyer fährt es sich gewohnt tretend und geräuschlos wie mit herkömmlichen Fahrrädern. Großer Unterschied: Der Flyer unterstützt eifriges In-die-Pedale-Treten bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 35 km/h mit einem batteriebetriebenen E-Motor.
Dieser Motor übersetzt die Strampelenergie eins zu eins und bietet absolut ruckelfreie Power für etwa eine Stunde Fahrzeit oder 25 bis 30 Kilometer. Ist der Saft draußen, lädt man die Batterie einfach wieder auf, was bis zu garantierten tausendmal möglich sein soll. Ein weiterer Vorteil der genialen Erfindung liegt darin, daß sich der Flyer auch mit reiner Muskelkraft fahren läßt, sollte die Batterie einmal leer sein. Das Gewicht des Flyers ist mit rund 30 kg inklusive Batterie, je nach Ausführung – es gibt deren von Standard bis megafetzig – durchaus akzeptabel. Allerdings läßt sich Flyer nicht zusammenlegen – nur die diebstahlgesicherte Batterie ist abnehmbar.
Neben dem Flyer sind die Modelle Hybrid Bike von Mercedes Benz und PAS XPC 26 von Yamaha sowie Selectric einander ebenbürtig und von ähnlich ausgereifter Konstruktion. Da auch in der Reichweite keine eklatanten Unterschiede festzustellen sind, bleibt die Anschaffung der Sympathie des Kunden überlassen. Weitere E-Fahrräder und sogar ein Dreirad gibt’s von der Firma Lecson.
Ein interessantes Angebot stellt die Handelsagentur Buchrucker, die jedes Fahrrad mit einem benzingetriebenen Hilfsmotor aufrüstet. Aufgepaßt: Das Fahrrad muß dann für den öffentlichen Verkehr typisiert werden.

Mini-Motorräder
Einen potentiellen Fun-Multiplikator haben Monkey-Fahrer unterm Allerwertesten. Ohne Zynik – die Honda Monkey-Replika ist schlichtweg ein affengeiles Geländefahrzeug mit heißen drei PS. Die Neuauflage der Original Monkey heißt eigentlich JC 50 Q-7 und ist das ultimative Zweirad für echte Turnierflitzer. Konkurrenten kennt sie nicht – und sollte doch mal einer auftauchen, nimmt sie ihm lässig die Vorfahrt. Die Monkey meistert auch größere Distanzen in kürzester Zeit und scheut sich nicht vor Wassergräben und Pulvermanns Grab. Einzig springen kann sie nicht – das überläßt sie dann doch lieber den Kollegen mit den vier Hufen oder ihren Namensvettern im Urwald. Ein echter Monkey-Fan findet auch sicher den nötigen Platz im LKW.
Neben diesem Klassiker gibt es eine große Bandbreite an größeren und kleineren Zweirädern verschiedenster Hersteller– von Honda bis Yamaha, Kawasaki, Suzuki, Ducati und wie sie alle heißen.

ATVs
Eine Steigerung gibt es immer – sogar zur Monkey. Schon mal was von Quad-Runner oder ATV gehört? ATVs sind All Terrain Vehicles, die, wie der Name sagt, für jedes Gelände geeignet sind und stets mit vier echt derben Rädern auf der Erde stehen. Wie der Jet-Ski über Wellen, so fetzt der Bombarider über Hügel, Dünen, Wiesen und Felder. Er ist der stärkste seiner Klasse und erobert mindestens Fun-Faktor zwölf auf unserer Skala.
ATVs gibt es auch mit Straßenzulassung, für Kinder und mit bis zu zwölf PS. Allerdings bleiben sie eher Liebhabern vorbehalten. Immerhin sind sie mit über 100 Kilo meist zu schwer fürs Turniergepäck – und daher für den Einsatz auf dem eigenen Stallgelände prädestiniert. Außerdem sind nur als Benziner erhältlich und preislich eher in der oberen Kategorie zu finden. Die bulligen Gefährte fahren unter so sprechenden Namen wie The Beast, Sky Hawk und Warrior. Richtig harmlos klingen dagegen Dinli DL, Suzuki LT 50, Banshee und Quat 50.
Last but not least bietet sich für eine beschauliche Fahrt über das Turnierareal auch ein Caddie oder Golfwagen wie der Melex 412 an. Bei mehr Platzbedarf könnte es auch der Melex 243 für vier Personen oder der Melex 663 für sechs Personen sein. Noch ein Tip zum Schluß: Die Anschaffung eines Fahrzeuges mit einem umweltfreundlichen und leisen Elektromotor wird von vielen Gemeinden Österreichs, so auch von der Gemeinde Wien, finanziell unterstützt – im Falle einer Anschaffung daher unbedingt beim Gemeindeamt bzw. Magistrat anrufen: Es könnte sich auszahlen!
Andrea Kerssenbrock

Fun-Mobile – wo man sie kriegt
Scooter: Mag. Harald Buchrucker, Rudolfstr. 36, 4040 Linz, Tel.: 0664-3085848, Fax: 0732/710452, www.bikes.at Erlebnisladen, www.kickboard-roller.de
solar und mobil GmbH, Ludwig-Erhard-Str. 9, D-64653 Lorsch, Tel.: 0049-6251/588245, Fax: 0049-6251/588241, e-mail: info@solar-mobil.de, Internet: http://www.solar-mobil.de
Elektrofahrzeuge City EL Center Richter Köln, D-50823 Köln, Ehrenfeldgürtel 112 Tel.: 0049-221/5708897, Fax: 0049-221/ 5708898, Internet: http://www.elektrofahrzeuge-richter.de
E-Fahrräder: Mag. Harald Buchrucker, Tel., Fax. u. Intenet siehe unter Scooter Lecson GmbH, Bahnhofstr. 101–107, D-45770 Marl, e-mail: e-mobile@lecson.de
Flyer: Händlerliste unter www.swiss-flyer.com
Yamaha Motor Austria GmbH, Ketzergasse 118, 1230 Wien, Tel.: 01/865 150 30, Fax: 8651509, e-mail: yamaha@yamaha-motor.co.at, Händlerliste unter www.yamaha-motor.at
Mercedes-Benz Österreich Vertriebsges.m.b.H., Fasaneriestraße 35, 5020 Salzburg, Tel.: 0662/4478-0, Fax: 0662 4478-277, Händlerlisten unter www.mercedes.at
Mini-Motorräder: Mag. Harald Buchrucker, Tel., Fax. u. Intenet siehe unter Scooter
Hasler Sport AG, Stauffacherquai 58, 8004 Zürich, Telefon: 01 / 242 30 50, Fax: 01 / 291 04 10, e-mail: hasler-yamaha@bluewin.ch ATVs: Mag. Harald Buchrucker, Tel., Fax. und Internet siehe unter Scooter
Golffahrzeuge melex, Nehus Handelsvertretungen, Johann B. Nehus, D-26789 Leer/Ostfrl., Tel.: 0049-491/979 14 41, Fax: 0049-491/712 59, http://www.eg-autos.de

… und was sie kosten
Verbrennungsmotor-Fahrzeuge
Blatino mit Typisierung – öS 15.990,–
Blatino ohne Typisierung – öS 14.990,–
Fahrrad Hilfsmotor – öS 8.990,–
Citybike m. Hilfsmotor – ab öS 14.500,–
Honda Monkey Replica – öS 24.990,–
ATVs/Quads – öS 27.990,– bis 59.990,–
Elektrofahrzeuge
City-Bug öS 13.990,–
Charly öS 18.990,–
Scoomo ca. öS 7.200,– (DM 998,–)
FX-1 – öS 7.990,–
Flyer – ab öS 34.990,–
E-Fahrrad Mercedes-Benz – öS 15.000,–

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    Der schnuckelige Blatino-Scooter ist ein heißer Tip, nur 15 kg schwer, zusammenklappbar und daher stets reisebereit.

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    Die Honda Monkey Replica ist der Nachfahre einer Legende und meistert im Gelände jede Steigung.

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    Der Flyer aus der Schweiz ist ein Elektrofahrrad mit Kultstatus und vermittelt ein einzigartiges Fahrgefühl.

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    Der bärenstarke Dinli DL ist ein typischer Vertreter der ATVs oder Quads.

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