Temelin: Fertigstellung des zweiten Blocks verzögert sich

31. August 2001, 10:13
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Zeitung: Geplanter Termin der Beladung mit Brennstäben offenbar nicht zu schaffen

Prag - Die Fertigstellung des zweiten, im Bau befindlichen Reaktorblocks im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin verzögert sich angeblich. Wie die tschechische Tageszeitung "Pravo" (Freitag-Ausgabe) berichtete, werde man die Termine für die Beladung des zweiten Blocks mit den Brennstäben offenbar nicht schaffen (Termin ist bis Ende des Jahres) und Industrieminister Miroslav Gregr, dessen Ressort für die Energiepolitik zuständig ist, sei wegen der Lieferanten verärgert. Am gestrigen Donnerstag besuchte er Temelin, um mit den Chefs über die Lage zu reden.

Temelin-Sprecher Milan Nebesar gab zu, dass die "Terminlage wirklich angespannt ist". Einer der Ingenieure des AKW, der anonym bleiben wollte, ist noch skeptischer. "Bis Ende des Jahres wird man das (die Beladung des zweiten Blocks) auf keinen Fall schaffen. Dazu wird es erst irgendwann im Februar kommen", meinte er. Der Ingenieur fügte hinzu, die Beladung im ersten Block habe erst fünf Monate nach dem Anfang der sogenannten "heißen Tests" begonnen. Und diese heißen Tests seien im zweiten Block noch nicht angelaufen.

"Organisatorisch sehr kompliziert"

Auch die Chefin der Staatlichen Behörde für atomare Sicherheit (SUJB), Dana Drabova, räumte gewisse Probleme mit dem zweiten Block Temelins ein. "Es zeigt sich, dass es organisatorisch sehr kompliziert ist, zwei Blöcke gleichzeitig in Betrieb zu nehmen", meinte Drabova. Sie fügte aber hinzu, sie sehe aus der Sicht der atomaren Sicherheit bisher keine grundlegende Probleme. "Es handelt sich um Geld und dies ist Sache des Tschechischen Energiekonzerns (CEZ) und nicht die unsere", so Drabova.

Temelin-Sprecher Nebesar räumte vor einigen Tagen bestimmte Probleme im zweiten Block ein, indem er sagte, bei den Tests seien Undichte Stellen an Wasserleitungen aufgetreten. Im ersten Block sei am gestrigen Donnerstag der Probelauf "wie erwartet" gelaufen. Die Turbine habe weiterhin etwa 500 Megawatt von Strom ins Netz geliefert und die Reaktorleistung sei bei 55 Prozent gelegen, bestätigte Nebesar. (APA)

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