Tokios Börse am Boden

31. August 2001, 11:45
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Nikkei erneut auf 17-Jahres-Tief - Regierung will Reformen beschleunigen

Tokio - Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag erneut schwere Verluste erlitten. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte sackte um 224,94 Punkte oder 2,05 Prozent ab und ging mit 10.713,51 Zählern ins Wochenende. Das ist der niedrigste Schlussstand seit dem 12. Oktober 1984. Der breit angelegte TOPIX gab um 10,91 Punkte oder 0,98 Prozent auf 1.103,67 Punkte nach. Der scharfe Anstieg des Außenwerts des Yen im Vergleich zum US-Dollar habe Japans Export- Unternehmen erneut unter Druck gesetzt, erklärten Händler.

Kündigungen bei Hitachi

Der Elektronikriese Hitachi hatte bekannt gegeben, weltweit 14.700 Stellen abzubauen. Das Unternehmen korrigierte zugleich die Ertragsprognose nach unten und erwartet nun für das laufende Geschäftsjahr 2001/2002 (31. März) einen Verlust von 140 Mrd. Yen (1,285 Mrd. Euro/17,7 Mrd. S). Zuvor war ein Gewinn von 90 Mrd. Yen erwartet worden. In den vergangenen Tagen hatten bereits Toshiba und andere Elektronikkonzerne den Abbau Zehntausender von Arbeitsplätzen sowie harte Umstrukturierungen bekannt gegeben.

Schleppende Reformbemühungen

Die Regierungsparteien wollen Medienberichten zufolge am 7. September ein Maßnahmenpaket zur Arbeitsplatzsicherung schnüren. An diesem Tag wird die Wirtschaftsleistung für das zweite Quartal bekannt gegeben. Experten rechnen mit einem Schrumpfen um 0,8 Prozent. Die Regierung schien sich unterdessen der Enttäuschung des Marktes über die schleppenden Reformbemühungen klar geworden zu sein.

Koizumi gibt Zeitplan so früh wie möglich bekannt

Im offensichtlichen Bemühen, diesen Eindruck aus der Welt zu schaffen, ließen Regierungschef Junichiro Koizumi und Spitzenvertreter seines Kabinetts der Öffentlichkeit wissen, man werde so früh möglich den Zeitplan für Koizumis Reforminitiativen bekannt geben. Das teilte Finanzminister Masajuro Shiokawa mit.

Shiokawa deutete vor dem Hintergrund des Falls des Dollars zum Yen zugleich an, seine Regierung werde am Devisenmarkt einschreiten, sollte der Außenwert der japanischen Währung allzu rapide zulegen. (APA/dpa)

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