Tunnelunfälle in Kärnten, Steiermark und Ober- österreich

31. August 2001, 19:22
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Zwei Tote im Lainberg- tunnel - Sechs Verletzte im Katschbergtunnel

Klagenfurt/Graz/Linz/Wien - Zwei Tote ist die vorläufige Bilanz eines Frontalzusammenstoßes im Lainbergtunnel auf der Pyhrnautobahn (A9). Damit hat die Serie der Unfälle in Straßentunnels ihren vorläufigen traurigen Höhepunkt gefunden. Gekracht hatte es heute schon in Kärnten, der Steiermark und auch bereits mehrmals in Oberösterreich. Alle Unglücke ereigneten sich in einröhrigen Bauwerken.

Zwei Tote im Lainbergtunnel

Der Unfall passierte gegen 16.00 Uhr in dem 2.278 Meter langen Tunnel zwischen Windischgarsten und St. Pankraz. Bei den Todesopfern handelt es sich um einen 74-jährigen Linzer und seine Ehefrau. Weitere Daten über die Beiden lagen zunächst nicht vor. Auch die Insassen des deutschen Fahrzeuges sind ein Ehepaar.

Entgegen ersten Meldungen dürfte der Linzer mit seinem Pkw ins Schleudern geraten und in der Folge gegen den deutschen Klein-Lkw geprallt sein. Beide Lenker wurden in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Die Frau aus Deutschland überstand den Unfall nahezu unverletzt. Sie wurde dennoch zusammen mit dem schwer verletzten Lkw-Lenker in das Landeskrankenhaus Kirchdorf an der Krems eingeliefert.

Die Sperre sollte rund fünf Stunden dauern. Der Bürgermeister von St. Pankraz Manfred Deggelsegger (S) - er ist auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr seiner Gemeinde - war schon kurz nach dem Unfall zur Hilfeleistung im Tunnel. Er forderte nachher den raschen Bau einer zweiten Tunnelröhre. Derzeit wäre es trotz guter Ausrüstung schwer zu helfen.

Sechs Verletzte im Katschbergtunnel

Die Unfallserie begann gegen 8.15 Uhr auf Kärntner Seite des Katschbergtunnels der Tauernautobahn (A10). Rund 500 Meter vor dem Tunnelausgang war ein aus Nürnberg stammender Pkw-Lenker gegen einen entgegenkommenden Mini-Van aus Kärnten geprallt. Laut Gendarmerie könnte sich um Sekundenschlaf aber auch um eine andere Ursache gehandelt haben. Der Deutsche, der plötzlich nach links ausgeschert hatte, erlitt schwere Verletzungen. Im Kleinbus wurden fünf Insassen leicht verletzt.

Der 5.439 Meter lange Katschbergtunnel war nach dem Unfall rund eineinhalb Stunden in beide Fahrtrichtungen gesperrt, wodurch sich auf Grund des starken Rückreiseverkehrs aus Italien in Richtung Norden ein etwa vier Kilometer langer Stau bildete.

Karambolage auf der Pyhrnautobahn

Im Herzogbergtunnel auf der Südautobahn (A2) im Packabschnitt wurde bei einem Auffahrunfall hingegen niemand verletzt. Der Tunnel musste auch nur für kurze Zeit gesperrt werden. Drei Leichtverletzte gab es jedoch bei einer Karambolage auf der Pyhrnautobahn (A9), in die drei Fahrzeuge verwickelt waren.

Sonnsteintunnel: Frau nach Unfall schwer verletzt

In Oberösterreich war eine Frau gegen Mittag mit ihrem Wagen gegen das Portal des Sonnsteintunnels der Salzkammergut-Bundesstraße (B145) zwischen Traunkirchen und Ebensee geprallt und dabei schwer verletzt worden. Am Freitagnachmittag ereigneten sich auch mehrere Auffahrunfälle im Römerbergtunnel in Linz. Verletzt wurde dabei niemand.

Traurige Bilanz

Die Serie von Tunnelunfällen hat damit ihre traurige Fortsetzung gefunden. Am 6. August waren im Gleinalmtunnel nördlich von Graz fünf niederländische Urlauber, unter ihnen drei Kinder, getötet worden. Zwei Tage später starben drei Menschen bei einem Frontalzusammenstoß im Ambergtunnel auf der Rheintalautobahn (A14) in Vorarlberg. Am 13. August krachte auf der Südautobahn (A2) ein italienischer Bus mit polnischen Rom-Pilgern gegen das Portal des Reigersdorftunnels bei Klagenfurt. 25 Reisende wurden verletzt, der Buslenker starb wenige Tage später. (APA)

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