Personalentwicklung in der New Economy unterschätzt

31. August 2001, 09:25
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80 Prozent der Mitarbeiter schauen doch auf die Uhr

Frankfurt am Main - Einer Studie zufolge muss der innovative Ruf der New Economy für Teile der Personalarbeit in Frage gestellt werden. Lernprozesse, die die Old Economy bereits erfolgreich vollzogen hat, werden in den Wachstumsbranchen nicht oder nur teilweise umgesetzt. Strategische Aufgaben und langfristige Bindung der Mitarbeiter werden oft vernachlässigt. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Im Rahmen der Studie wurden 170 Unternehmen des Neuen Marktes befragt, die mehr als 100 Mitarbeitern beschäftigen und zu deren Schwerpunkten Software, Technologie und E-Commerce sowie Internet gehören.

Bedürfnis nach Balance zwischen Arbeit und Freizeit

Der Mythos vom dynamischen Unternehmen, in dem die Mitarbeiter ohne Blick auf die Uhr arbeiten, scheint sich nur teilweise zu bestätigen. Ein Drittel der befragten Unternehmen besitzt keine Arbeitszeiterfassung. Doch auch in der New Economy wächst den Angaben zufolge das Bedürfnis der Mitarbeiter nach einer Balance zwischen Arbeit und Freizeit sowie nach dem Ausgleich von Überstunden. Dem tragen bereits fast 80 Prozent der befragten Unternehmen Rechnung, 15 Prozent erkennen zumindest einen Bedarf, der zukünftig erfüllt werden soll. Der Untersuchung zufolge gewähren bereits 77 Prozent der befragten Unternehmen ihren Mitarbeitern Sozialleistungen und/oder betriebliche Altersversorgung. Weitere 15 Prozent sehen hier Handlungsbedarf.

Maßnahmen zur strategischen Personalentwicklung

Maßnahmen zur strategischen Personalentwicklung wurden bislang von der New Economy unterbewertet und standen hinter den klassischen Aufgaben zurück, so PricewaterhouseCoopers. Weniger als 50 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, sich in diesem Bereich zu engagieren. Davon ausgenommen seien Trainingsmaßnahmen wie Schulungen, die von 80 Prozent der Unternehmen im Rahmen einer Bedarfsplanung aufgeführt werden. Nur 55 Prozent der Wachstumsunternehmen betreiben eigenen Angaben zufolge Talent- und Nachwuchsförderung.

Mitarbeiter von der Jobbörse

Die Auswahl der Mitarbeiter und deren Verwaltung führen die Unternehmen ausschließlich intern durch, belegt die Untersuchung. Lediglich bei der Suche nach Personal greifen knapp 40 Prozent zusätzlich auf externe Jobbörsen und Personalberater zurück. Die Vergütung in der New Economy ist doch von modernen Ansätzen geprägt und richtet sich den Angaben zufolge meist nach der Leistung. Bei der leistungsorientierten Vergütung liegen die Wachstumsunternehmen sogar weit vor der Old Economy. 87 Prozent der befragten Unternehmen nutzen dieses Instrument und überprüfen es anhand von Zielvereinbarungen. (pte)

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