Ein Industriedenkmal wacht auf

31. August 2001, 16:15
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Die Gasometer, Wiens angeblich "trendigste Adresse", sind eröffnet

Wien - Es ist so weit. Heute, werden die Gasometer mit einem großen Volksfest eröffnet. Bürgermeister Michael Häupl und Wohnbaustadtrat Werner Faymann (beide SP) gaben um zehn Uhr den Startschuss: Eine Wolke von gasgefüllten Luftballons sollte aus den ehemaligen Gasbehältern aufsteigen. Die Betreiber der Geschäftslokale beteiligen sich mit Gewinnspielen. Für die 1981 unter Denkmalschutz gestellten vier backsteinernen Industriedenkmäler aus dem vorvorigen Jahrhundert wurde nach der Stilllegung des letzten "Gasbehälters" 1986 zehn Jahre nach einer Verwendung gesucht. In dieser Zeit wurden die Gasometer für zahlreiche Clubbings, Foto-Shootings, Filmaufnahmen und Ausstellungen benützt.

1996 wurde nach langer Diskussion ein Bauträgerwettbewerb gestartet. Die Vorgabe war, Wohnen, Arbeit und Freizeit unter einem Dach zu vereinen. Den Zuschlag bekamen die Architekten Jean Nouvel, Wilhelm Holzbauer, Coop Himmelb(l)au und Manfred Wehdorn. Das Ergebnis - um fast 2,5 Milliarden Schilling realisiert - erregt internationales Medieninteresse - und ist ab sofort zu besichtigen.

In der Shoppingmall wird neben 70 Geschäften auch ein Kinopalast eröffnet - übrigens das einzige Kino in Simmering. Dies mache die Gasometer, so die Betreiber, zu einer "der trendigsten Adressen Wiens".

Gute Öffi-Anbindung, Nightline fährt nun über Gasometer

Noch dazu zu einer erreichbaren: Die U3 fährt seit Dezember 2000 bis vor die Tür, in weniger als zehn Minuten ist man im Zentrum. Der Prater ist - wenn auch nicht mit der U-Bahn - auch in wenigen Minuten erreicht.

Die Eröffnung hat auch auf den Nachtbusfahrplan der Wiener Linien Einfluss: Ab Sonntag fährt die Linie N75 zwischen der Oper und der neuen Endstation bei der U3-Station Gasometer.

Andere neue Linien

Fernab der Gasometer "verändern" sich auch andere Öffi-Linien: Ab Samstag verkehren die Busse der Linie 37A werktags von der Dänen- straße bis zur neuen Endstelle Engerthstraße/Traisengasse. Verkürzt wird die Linie 35A: Ebenfalls ab 1. September führt sie von Salmannsdorf zur Spittelau. (kaf; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.8.2001)

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