Kuba bestreitet geplante USA-Reise des Flüchtlingsbub Elian

31. August 2001, 18:57
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Regierung vermutet Exilkubaner hinter "Times"-Bericht

Washington - Der Flüchtlingsbub Elian Gonzalez wird nach Angaben eines kubanischen Vertreters in Washington nicht als Mitglied einer offiziellen Delegation zur UNO-Kinderkonferenz nach New York reisen. Das US-Nachrichtenmagazin "Times" hatte am Donnerstag auf seiner Internetseite gemeldet, das kubanische Außenministerium erwäge, Elian im September dorthin zu schicken. Kubas Staatschef Fidel Castro wolle an der Seite Elians möglicherweise einen Mediencoup landen und die USA so vorführen, hieß es weiter.

Der Sprecher der kubanischen Interessenvertretung in Washington vermutete in den USA lebende Exilkubaner hinter dem Bericht. Eine Sprecherin der gegen Castro eingestellten Kubanisch-Amerikanischen Nationalstiftung wies diesen Vorwurf jedoch zurück.

Elian war im November 1999 mit seiner Mutter und seinem Stiefvater auf einem Boot aus Kuba in die USA geflohen und überlebte als Einziger in der Familie die Überfahrt. Seine Verwandten in Miami versuchten monatelang mit allen juristischen Mitteln, den Buben in Florida zu behalten und scheiterten schließlich vor dem höchsten US-Gericht. Ende April vergangenen Jahres brachten FBI-Beamte den damals sechsjährigen Buben in ihre Gewalt und übergaben ihn an seinen in Kuba lebenden leiblichen Vater, der zwei Monate später mit Elian auf die Karibikinsel zurückkehrte. (APA)

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